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Als Opener für Strung Out sollten eigentlich Thrice spielen, die jedoch kurzfristig abgesagt hatten. Dann war von Five Days Off die Rede, doch auch diese Band bestritt das Vorprogramm nicht. So hatte man sich wohl kurzfristigen für eine Lokalband entschieden. Der Band selbst kann man dafür sicherlich keinen Vorwurf machen, aber mit ihrem leicht Glamrock-angehauchtem poppigem Punk mit Frauengesang überzeugten sie mich zumindest nicht. Ganz abgesehen von der Tatsache, dass man diese Bandkombination alles andere als gelungen bezeichnen kann. Nun ist es auch nicht wirklich einfach, die um 20.00 Uhr gerade mal eingetroffenen 30 Gäste artgerecht anzuheizen und zudem noch in einer Halle, in der bestimmt 2000 Menschen getrost Platz finden würden.
Über Strung Out kann ich nur sagen, dass ich mit sehr großen Bedenken an die Sache ranging, da ich sie vor 2 oder 3 Jahren im gnadenlos ausverkauften Underground gespielt hatten und sie mir damals durch ihr Verhalten auf der Bühne alles andere als sympathisch waren.
Strung Out waren auch von der Zuschauerzahl sichtlich enttäuscht und wirkten am Anfang ihres Sets, das um kurz vor 21.00 Uhr begann, recht lustlos. Jedoch änderte sich das im Laufe der Show, genau wie die Zuschauerzahl, denn am Ende konnte man von ungefähr 200 Zuschauern ausgehen. Sie legten trotz der gedämpften Stimmung direkt mit Vollgas los und als Einstieg wurde ein schnelles Stück von der "Suburban Teenage Wasteland Blues" dargeboten. Es folgten Lieder aus dem gesamten Plattenspektrum der Band, wobei Strung Out auch nicht davor zurückschreckten, hier und da ein paar Midtempo-Stücke einzuwerfen. Und was ich persönlich kaum für möglich gehalten hatte, so sprang der Funke doch relativ schnell über und spätestens bei "Bring Out Your Dead" fingen die vorderen Reihen an zu tanzen und mitzusingen. Das hatte auch seinen Effekt auf die Band, denn der ging von Stück zu Stück mehr jegliche Enttäuschung abhanden und man konnte nach einer gewissen Zeit ruhigen Gewissens sagen, dass sie Vollgas gaben. Und es fehlte an nichts. "Too Close To See" wurde zum Besten gegeben und auch viele Stücke der aktuellen Platte "American Paradox".

Ich glaube ich stehe nicht alleine da, wenn ich behaupte, dass während des Konzertes sehr viele Energien freigesetzt wurden. Und die Spielfreude war nun auch nicht mehr zu übersehen, denn die Jungs auf der Bühne schwitzten um ein vielfaches mehr als das Publikum. Eine Setliste gab es nicht. Eine solche war spontaner Art und auch für Publikumswünsche offen. Um etwa 22.00 Uhr sollte die Band aus rechtlichen Gründen mit ihrem Auftritt fertig sein. Die Band verließ die Bühne aber nicht, sondern entledigte sich nur ihrer Instrumente und setze sich verstreut auf den Bühnenrand und war sichtlich erschöpft und am Rande der körperlichen Grenzen. Wegen der zahlreichen und lauten Zurufe seitens des Publikums ließ der Veranstalter noch die Zugabe spielen, die aus dem Cover "Bark At The Moon", was noch mal richtig an die Rocksubstanz ging, "Everyday" und aus dem nur auf einem Sampler vertretenen Stück "Your Worst Mistake" bestand.
Man kann alles in allem sagen, dass die Strung Out trotz einer "leeren Halle" Vollgas gegeben haben und meinen Eindruck mindestens mal revidiert hat. Und diese Gabe, die Enttäuschung nicht Herr werden zu lassen über die anfängliche Enttäuschung, nenne ich wirkliche Professionalität, denn ich habe auch schon oft genug das Gegenteil erlebt.
Ergo: ein gutes Konzert einer noch besseren Band, die auf der anstehenden Deconstruction-Tour hoffentlich nicht über mangelndes Zuschauerinteresse klagen kann.
(Dennis Grenzel)
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