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Wer Götter zu Gesicht bekommen will, der muss erst durch die Hölle gehen, oder so ähnlich.
Aber erstmal der Reihe nach. Samiam und die Weakerthans zusammen auf Tour. Ein besseres Package
für eine Clubshow kann man sich ja kaum vorstellen. Dementsprechend groß ist die Vorfreude
auf diesen Abend. Und der Andrang. Trotz der schwülen Hitze an diesem Tag, wollen alle ins
fast ausverkaufte Kato. Dort macht Olli Schulz den Anfang und schafft es auch, eine große Zahl
der Anwesenden vor die Bühne zu locken, obwohl es dort bereits zu diesem Zeitpunkt
unerträglich heiss ist. Die sympathischen, mal mehr, mal weniger lustigen Geschichten und
Kommenmtare ("der Gitarrist von den Weakerthans repariert gerade meine Gitarrensaite.
Ich kenn den.") des kleinen Singer/Songwriter/Comedians sind echt gut (kennt jemand olli's homepage/emailadresse?, bitte schickt sie mir). Als Zuschauer
ist man allerdings spätestens nach 2 Minuten in dem Saal komplett naßgeschwitzt. Kurz vor 22
Uhr geht's dann los mit den Weakerthans. Sobald die ersten Akkorde erklingen wird's
knüppelvoll und so warm, dass Frontman John K. Samson den Lichtmann eindringlich bittet,
die Lightshow abzuschalten, bei jedem Leuchten der Scheinwerfer energisch den
Kopf schüttelt und sich über jede Sekunde im Dunkeln freut (was der Gitarrist mit einem "it's like
propagandhi-shows" quittiert). Die melancolischen Lieder, die John wieder mit dieser eigenen
in sich hinein lächelnden Art vortägt lassen allerdings auch den letzten der Anwesenden
die Hitze (fast) vergessen. Mehrere großartige Songs des neuen Albums gibt's zu hören,
ebenso wie die Hits von "left and leaving". Das Publikum dankt es der Band mit ausgelassenem
Mitsingen und Dahingeschwelge. Nur tanzen will keiner so recht, was aber sicher nicht an der
Band liegt. Nach gut einer Stunde ist man dann auch echt froh, sich kurz an die frische Luft
begeben zu dürfen.
Kurze Umbaupause und dann Samiam. Obwohl man den Eindruck hat, dass ein
paar Leute sich schon mit den Weakerthans zufrieden gegeben haben und gegangen sind, ist vom
ersten Akkord an klar, warum wer heute Abend der Headliner ist. Samiam blasen alles weg, die
Leute gehen ab, ein Drittel des Raumes (inkusive mir) brüllt jeden Text aus vollem Halse mit.
Die Band schafft es in der Tat, seit dem Weggang von James Borgan vor etwa 2 Jahren, auch ohne zweite Gitarre alle Songs mit einem fantastisch zwingenden Sound rüberzubringen. Das liegt vor allem an dem großartigen Spiel von Sergie Lobkoff.
Die drei letzen Alben der Band bestimmen das Programm, Jason blüllt sich die Seele aus dem Leib und wir machen alle mit, obwohl es in dem Laden mittlerweile locker über 60 Grad sein dürfte. Jeder Song eine Hymne, überall Begeisterung, glückliche Gesichter. Gegen viertel nach Zwölf ist alles vorbei und obwohl auch die die sich nicht bewegt haben, so durchnässt sind, als seien wir alle zusammen mit unseren Klamotten in einen Pool gesprungen bleibt ein harter Kern und brüllt aus Leibeskräften 10 Minuten lang nach mehr Zugaben, bis endlich der Basser hinter der Bühne hervorkommt und erklärt, dass man nicht mehr kann. Böse sein kann man ihnen dafür nicht.

Man selbst ist auch froh, wieder Luft atmen zu dürfen. Und so begibt man sich nach dem Verlust von mindestens 4 Litern Wasser, mit rauen Hälsen und völlig durchtränkten Klamotten nach Hause. Mit der Gewissheit, die größte Band der Welt gesehen zu haben. Und mit dem sicheren Gefühl, dass es jeden Tropfen Schweiss wert war.
(Stefan)
Samiam: www.gosamgo.com
Weakerthans: www.theweakerthans.org
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