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Mit " Où est le magnétophone ? " haben One Man And His Droid vor gut 2 Jahren eine Platte rausgebracht, die ich heute auch noch sehr gerne rauskrame und höre. In den nächsten Wochen wird der Nachfolger "party people" - wieder auf Defiance Records - auf den Markt geworfen. Fragen über Fragen: Wird es sich genau so anhören wie der Vorgänger? Was ist in der Zeit zwischen den beiden Alben passiert? Was wird passieren? Und nicht zuletzt: Was liegt in der spanischen Luft, dass die Leute dort verdammt gute, rockige Alben aufnehmen? Ich musste da einfach mal nachfragen und Bassist von One Man And His Droid, Carsten Detmers, stand mir da Rede und Antwort.
SJM: Hallo erst einmal und schönen Dank, dass ihr euch die Zeit nehmt, ein paar Fragen zu beantworten. Zuerst als Klassiker die beiden unbeliebten Standardfragen. Sag doch mal, wer alles bei OMAHD mitspielt und wer welchen Part in der Band übernimmt.
OMAHD: Also, bei OMAHD spielen mit: Der Mathias Knoop, das ist der Sänger und Gitarrist. Dann Peter Tiedecken, das ist der eigentliche Songwriter und auch Gitarrist, Jens Würdemann ist der Schlagzeuger, Oliver ist am Keyboard und für die Samples zuständig und ich, Carsten Detmers, spiele Bass.
SJM: Gib doch bitte mal einen kurzen Überblick über die Geschichte von OMAHD.
OMAHD: Okay, wir sind eine 5 Jahre alte Band und nach einigen Bandmitgliederwechseln in der Anfangszeit haben wir uns dann in der jetzigen Zusammensetzung vor ungefähr 3 Jahren zusammengetan. Vorher hatten wir aber schon unter dem selbem Namen eine EP draußen, allerdings noch mit einem anderen Sänger. Als dann unser neuer Sänger Mathias dazugekommen ist, hat es noch etwa ein halbes Jahr gedauert, bis wir die Platte aufgenommen haben, die dann bei Defiance rausgekommen ist. Ja, und seitdem sind wir bei Defiance Records glücklich und zufrieden.
SJM: Was ist nach eurem Defiance-Debut " Où est le magnétophone? " passiert ? Ihr seid, glaube ich, ziemlich oft auf Tour gewesen. Erzähl doch mal.
OMAHD: Ja, also, wir haben 2 Mal eine Support-Tour für New End Original gemacht. Dann sind wir mit Pale unterwegs gewesen, welche sehr gute Freunde von uns sind und dann haben wir noch eine 2 ―-wöchige Tour gespielt, die wir selbst organisiert haben und wo wir auch Headliner waren und dann noch diverse Einzelshows.
SJM: OMAHD standen kurzfristig auch kurz vor der Auflösung. Wieso das?
OMAHD: Nein, das stimmt so nicht. Nein, nein. Du meinst wahrscheinlich Peter, unseren Gitarrist, der mit Pale auf Tour war und die unterstützt hat. Das war aber so eine Freundschaftsgeschichte, weil wir ziemlich gut befreundet sind. Aber es stand nie zur Debatte, dass wir uns auflösen.
SJM: Zur Musik: Die neue Platte ist ja alles andere als eine logische Weiterentwicklung von "Où est le magnétophone?" Wieso kam das nicht in Frage und warum hat Gitarrenpop für euch nicht mehr funktioniert?
OMAHD: Also, für uns ist es eigentlich eine logische Weiterentwicklung. Also, wir haben uns vor 3 Jahren - wie gesagt - getroffen und haben uns in der neuen Besetzung erst mal gefragt, was wir für Musik machen wollen. Wir haben dann rumgetüftelt und haben in der Zeit viel mit Samples und mit dem Keyboard gearbeitet und haben uns erst einmal orientiert, was wir machen wollen, haben dann die "Où est le magnétophone?" aufgenommen. Die haben wir zuerst im Proberaum fertiggemacht und danach erst live präsentiert und bei den Liveshows haben wir schon gemerkt, dass wir da hinterstehen was wir da machen, aber dass es noch nicht das ist, was wir wollen. Dann haben wir, als die Tourgeschichten zu der Platte abgeschlossen waren, wieder ziemlich ratlos im Proberaum rumgesessen. Wir wussten, dass wir was anderes machen wollen. Nicht, weil wir das bisherige Material schlecht fanden, sondern weil wir das Gefühl hatten, dass jetzt was anderes passiert. Wir haben dann 2 Monate mit Samples und Keyboards herumexperimentiert, also eher so atmosphärischen Sachen, und wollten dann da "drumherum bauen", haben dann aber festgestellt dass es das auch nicht wirklich ist, bis dann einer von uns seinen Amp mal wieder richtig aufgerissen hat und das war quasi wie eine Befreiung und dann wussten wir auch gleich, in welche Richtung es gehen sollte. Also, für uns ist es, na ja, vielleicht keine Weiterentwicklung, aber mehr persönlich. Und im Moment sind wir alle sehr zufrieden damit.
SJM: Ja, ich mag euer Debut trotz der neuen Platte immer noch sehr gerne, da es sehr atmosphärisch ist und tolle Melodien zu bieten hat. Ihr habt auf den letzten Konzerten, auf denen ich war, fast ausschließlich Songs von eurem neuen Album "party people" gespielt. Waren da manche Leute - ich warīs zumindest - nicht wie vor den Kopf gestoßen? Wie waren die ersten Reaktionen auf die neuen Songs?
OMAHD: Die ersten Reaktionen waren eigentlich überwiegend gut. Wir haben öfters gehört, dass es jetzt mehr Spaß machen würde, uns jetzt live anzuschauen, dadurch, dass die Songs jetzt einfach mehr Raum für Bewegung bieten. Es macht auch einfach mehr Spaß, wenn du rockigere Sachen dabei hast. Wir hören zwar im Moment auch noch ruhige Sachen, aber live gefällt uns das im Moment wesentlich besser. Also, größtenteils positiv. Sicher waren da auch ein paar Leute, die gefragt haben, ob wir auch mal was von der alten Platte spielen können, aber da haben wir im Moment nicht so viel Lust zu.
SJM: Wie würdest du persönlich euren Musikstil auf der neuen Platte bezeichnen? Ich höre da schlicht und ergreifend mehr Rock raus. Kann man das so sagen?
OMAHD: Ja, auf jeden Fall. Das ist jetzt rockige Gitarrenmusik.
SJM: Die Musik auf "party people" und die gesamten Songstrukturen wirken wesentlich "erwachsener", überlegter als noch auf dem Vorgänger. Spielt der Kopf bei eurer jetzigen Musik eine größere Rolle?
OMAHD: Mmh, bei der "Où est le magnétophone ? " war es so, dass wir eine Atmosphäre aufbauen wollten und bei der neuen Platte war es einfach so, das wir die Songs auf den Punkt bringen wollten. Gerade der Opener ist gerade mal 1 Minute und 5 Sekunden. Wir wollten halt nicht viele Schnörkel drumherum haben, sondern es sollte halt einfach rockiger sein.
SJM: Wie kam es, dass ihr eure neue Platte in Spanien aufgenommen habt? Sah ja auf dem Video alles sehr schön aus. Tagsüber Musik machen und abends dann mit Bier am Strand sitzen. Wie lange wart ihr dort und was gibt es über die Erfahrungen dort zu sagen?
OMAHD: Ja, so war es auch. Wir sind aus dem Studio gestolpert und waren direkt am Strand. Vorgeschichte dazu ist einfach, dass wir im Jahr vorher in Spanien auf einem Hardcore-Festival gespielt haben. Das war das Saint Feliu-Hardcore-Festival und da war eine super Atmosphäre mit supernetten Menschen und wir sind dann mit einer Band in Kontakt gekommen, die sich No More Lies. Die sind in Deutschland noch relativ unbekannt, aber auf jeden Fall hörenswert. Und die Platte hat uns umgehauen bzw. der Auftritt und wir haben dann mit dem Sänger von No More Lies geredet und der hat uns dann mal eben nebenbei erzählt, dass er ein Tonstudio hat und dass er z.B. die Stanstill "memories collector" aufgenommen hat und auch seine eigene Band. Und wir fanden den Sound einfach super und haben dann einfach mal nachgefragt, wie teuer er denn wäre. Und das war sehr okay, so dass der Flug dahin und der Aufenthalt den finanziellen Rahmen nicht gesprengt haben. Tja, das war schon eine super Sache, auch ein Supertyp.
SJM: Und wie lange wart ihr dort?
OMAHD: Wir waren 2 Wochen dort. Also, aufgenommen haben wir die Platte eigentlich in 7 Tagen. Und das halt wirklich so, wie du meintest. Wir haben unsere Sachen halt gemacht. Ich weiß nicht, ob manīs hört, aber das meiste auf dem Album ist halt wirklich "first take", weil wir wollten, dass "party people" ehrlich ist, auf den Punkt und nach vorne. Und wenn wir damit fertig waren, dann ging es halt an den Strand. Es war also ein super Urlaub und "nebenbei" haben wir dann mal īne Platte aufgenommen, die wir auch selber ganz gut finden.
SJM: Für die Leute, die "party people" noch nicht gehört haben: Was erwartet den Hörer, der bisher nur "Où est le magnétophone?" mit eurem Namen verbunden hat?
OMAHD: Ich hoffe, dass unser Stil doch noch irgendwie erkennbar ist, dass man schon noch hört, dass wir es sind. Aber es soll auch erkennbar sein, dass das halt die rockige Version von uns ist, die zweite Seite.
SJM: Was bedeutet das Schreiben von Musik und Texten für dich? Eigennutz, sprich Realitätsbewältigung, oder dienen solche Dinge anderen Intentionen? Was bedeutet allgemein Musikmachen für euch? Welchen Stellenwert hat es in eurem Leben?
OMAHD: Also, Musik ist unser absolutes Hobby, auch unser höchstes Gut. Es mag echt abgedroschen klingen, ist aber so. Also jeder von uns fährt einmal die Woche 4 Stunden zu unserem Proberaum, weil wir alle so in Deutschland verteilt wohnen. Wir proben dann 4 Stunden und fahren dann wieder nach Hause, was eigentlich ein morz Stress ist, aber ab dem Moment, wo wir im Proberaum stehen und einen neuen Song geschrieben haben, wissen wir halt, wofür wir es machen. Wir machen es also fürīs Proben. Wir würden, auch wenn wir keinen Plattendeal hätten, genau so oft jedes Wochenende nach Hause fahren. Es ist also die Musik, die bei uns im Vordergrund steht.
SJM: Wie entsteht ein OMAHD-Song? Kommst du schon mit einem "fertigen" Song an (Ideen für die Gitarren und Gesangsmelodien) oder wie entsteht ein OMAHD-Song? Habt ihr da ein bestimmtes Prozedere?
OMAHD: Wir haben schon so was wie einen Mastermind. Es ist so, dass Peter hauptsächlich mit Ideen ankommt und die Songs grob im Kopf hat. Und dann merken wir manchmal, wenn wir im Proberaum spielen, dass die Idee, die er hatte, vielleicht gar nicht so gut klappt und dann wird halt eben zusammen dran getüftelt. Um es auf den Punkt zu bringen: Es ist Peter, der die Grundriffs hat und mit der Band wird dann ein Song draus gemacht. Die Texte machen Peter und Mathias dann zusammen. Und die werden dann, wenn sie fertig sind, mit uns als Band abgesprochen, ob wir uns damit alle identifizieren können.
SJM: Welche Musik hört ihr privat am liebsten? Ich fange mal an: Pale, Motorpsycho?
OMAHD: Ähm, ich glaube Motorpsycho ist so ein Nenner, auf den wir uns alle einigen können. Wir hören alle total unterschiedliche Musik, also, das geht von Freejazz bis hin zu irgendwelchen Prügelcore-Bands. Da kann ich jetzt nicht so für die anderen sprechen. Es wechselt halt immer. Motorpsycho ist eine Band, die wir alle gut finden, dann vielleicht noch so Sachen wie American Football und solche Sachen.
SJM: Vorletzte Frage: Was kann man von OMAHD in nächster Zeit erwarten? Ich denke erst mal jede Menge Promotionarbeit, sprich Konzerte, Konzerte, Konzerte...
OMAHD: Ja, in diesem Jahr liegen noch so etwa 30-35 Konzerte an. Wir machen eine kleine, eigene Promotour. Da sind aber auch ein paar Sachen, die noch nicht so spruchreif sind. Da liegen auf jeden Fall noch so ein paar Sachen in der Luft, Supportshows. Man muss einfach mal gucken, was da passiert.
SJM: Ein letzter Satz an die mittlerweile doch recht groß gewordene deutsche Fangemeinde?
OMAHD: Öhm, das ist īne gute und schwere Frage. Keine Ahnung. Vielleicht einfach mal in die neue Platte reinhören. Wir machen die Musik ja in erster Linie für uns. Wenn wir im Proberaum stehen, überlegen wir ja nicht, wem und wem nicht das jetzt gefallen könnte. Ein potenzieller Satz für die Zuhörerschaft wäre vielleicht: "Super, dass ihr das mit uns teilt."
Man darf also gespannt sein auf das, was von dieser Band noch so kommen wird. Ich empfehle - wieder einmal - Konzerte zu besuchen, besonders die von OMAHD in nächster Zeit. Das ist jetzt nicht mehr Musik, wo man in der Ecke steht und seiner letzten Freundin hinterher trauert, sondern die Zeit für dieses Unterfangen ist nach dem Konzert. Das Motto ist also: Erst rocken, dann trauern, denn auf den Liveshows von OMAHD bleibt dafür keine Zeit und kein Raum. Wie Dieter Bohlen mit seiner Grinsefresse so schön sagt: "Spaß!" Ja, den hat man. Ich bin Zeuge.
(Dennis Grenzel)
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