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Mournful sind eine junge Band, deren Stern zur Zeit aufzugehen scheint. Ein Spitzenalbum im Gepäck, überall gute Presse und eine Tour steht auch noch an. Beste Voraussetzungen also für ein paar Fragen durch unseren Interviewspezialisten Dennis. Michael und Frank von Mournful waren so freundlich und haben unsere Fragen beantwortet. Here we go.

Sweet Jane Music: Zuerst die Standardfrage: Stellt euch und die Band doch mal bitte vor und sagt, wer welchen Part in der Band übernimmt.
Michael: Also da wären Johan - Schlagzeug; Frank - Bass; Christoph - Gesang und Michael - Gitarre
SJM: Was kann man über die Geschichte der Band Mournful sagen?
Michael:
Na ja das ist eine ziemlich übliche Geschichte. Christoph und ich kennen uns aus der Schule und haben auch früher schon zusammen Musik gemacht. Da ja Bottrop nicht so riesengroß ist, sind wir dann irgendwann auf Frank gestoßen. Johan ist erst seit März dieses Jahres dabei. Das interessanteste ist wahrscheinlich, dass sich MOURNFUL aus ursprünglich vier Gitarristen zusammengestellt hat. Wer letztendlich was macht haben wir ausgewürfelt…
SJM: Wie und in welchem Zeitraum ist euer neues Album "monochrome" entstanden?
Michael:
Wir haben über ein knappes Jahr hinweg die Songs geschrieben und waren immer wieder mit unserem Produzenten, J. Kell, der letztlich auch das Album produziert hat, im Studio um Demoaufnahmen zu machen und dann weiter an den Stücken zu arbeiten. Die eigentlichen Aufnahmen haben wir dann im Frühjahr dieses Jahres gemacht. Ab da waren wir mit der Produktion, dem Artwork und der Auswahl der Songs die auf die CD sollen beschäftigt…
SJM: Bei so "komplexer" Musik: Wie entsteht ein typischer Mournful-Song? Denn es ist ja nicht damit getan, wenn jemand aus der Band mit einer Idee ankommt. Bei der Komplexität gehört ja weitaus mehr dazu. Gibt´s da ein bestimmtes Songwriting-Prozedere bei euch? Wie läuft das ab?
Michael:
Am Anfang ist es eigentlich schon eine Idee, ein Riff oder eine Melodie, die einer von uns mit in den Proberaum bringt. Dann machen wir uns alle darüber her und so entstehen nach und nach die Stücke. Wir sind also alle am Songwriting und den Arrangements beteiligt. Das ist zwar ein langwieriger und anstrengender Weg Songs zu schreiben, aber so ergibt sich am Ende der typische MOURNFUL-Sound und jeder steht zu 100% hinter den Stücken ...
Frank:
Dieser Entstehungsprozess stellt für uns auch die beste Art von Eigenkontrolle dar. Denn es kommt häufig vor, dass ein Riff anfangs alle, manchmal aber auch nur einen, zu begeistern weiß, dann aber im Kontext eines Songs keinen Sinn ergibt und nicht schlüssig klingt. Wir sparen beim Songwriting nicht mit Eigenkritik. Dies resultiert dann aber auch in einem Ergebnis, dem wir gern unseren Namen geben...
SJM: Womit beschäftigen sich eure Texte? Kann man das auf einen Nenner bringen? Sind sie eher persönlicher Natur?
Michael:
Die Texte sind eigentlich eher Kollagen. Sie transportieren eine Stimmung die sich mit der Musik zu einer Atmosphäre vereinigt...
Frank:
So wie die Songs eine Dynamik präsentieren, die sich mit verschiedensten Sentimenten verbindet, so vollziehen die Texte durch das Aufblitzenlassen bestimmter situativer Bilder eine ganz ähnliche Bewegung. Diese beiden versuchen wir miteinander zu verbinden, sich gegenseitig ergänzen zu lassen....
SJM: Ihr seid ja mit Elliott zum Teil auf Tour gewesen, im gleichen Atemzug sind auch Konzerte mit u.a. Paradise Lost geplant. Das sind ja zwei Musikstile, die miteinander reineweg gar nichts zu tun haben. Wie verortet ihr euch da selbst? Welcher Sparte würdet ihr euch am ehesten zuordnen?
MF:
Michael:
Wir haben uns eigentlich nie die Mühe gemacht uns selber in irgendeine musikalische Richtung einzuordnen. Ich glaube auch, dass man sich damit als Band eher schwer tut. Wenn man die Reviews liest fallen immer wieder Namen wie Deftones und Radiohead. Dazwischen liegt ein riesengroßes Feld in dem wir Platz haben das zu tun, was am Ende MOURNFUL ist.
Zu den Konzerten: Du hast natürlich recht. Das sind schon sehr unterschiedliche Shows auf denen wir auftreten. Aber wir lieben es einfach Live zu spielen und uns ist es fast egal wo. Auf der Bühne zu stehen, und unsere Sachen zu machen, ist so ziemlich das Beste was ich mir vorstellen kann…
Frank:
Es war für uns nie so, dass wir eine Band in die Welt stellen wollten, die klingt wie jemand anderes. Es ist immer unsäglich schwierig, wenn man selbst mit Leuten spricht, die unsere Musik nicht kennen auf die Frage, welche Art von Musik Mournful spielen, passend zu antworten. Antworten in unzureichenden Schubladen wie etwa Alternative, Rock oder Dance versucht man dann meist zu vermeiden und verweist auf die Musik selbst, von der sich am besten jeder eigens beim Hören ein Bild machen kann. Das ist eben auch ein Hauptgrund warum uns das Livespielen so viel Freude macht. Man kann den Leuten sehr direkt einen Eindruck davon geben, was Mournful sind und wie sie klingen...
SJM: Wie waren denn die Shows mit Elliott? Hat diese Zusammensetzung der Bands funktioniert? Was gibt es über die Shows zu sagen? (Ich persönlich war im Underground und fand es super! Nur nebenbei...)
Michael:
Ja auch wir fanden das Konzert in Köln richtig gut. Und wenn man den Reaktionen des Publikums glauben darf, waren wir da nicht die einzigen. Mit Elliott sind wir im Übrigen sehr gut ausgekommen. Die waren einfach nett und wir hatten eine gute Zeit und ein paar Bier…
Frank:
Ja, wahrlich nette Jungs, ein großartiges Konzert...
SJM: Angesichts solcher Bands wie Dredg, die ich vom Musikstil her mit euch vergleichen würde: Wie seht ihr da eure Chancen als deutsche Band, da viele Leute ja auf Musik setzen, die aus den USA stammt? Denkt ihr, ihr seid dadurch vielleicht schon benachteiligt?
Michael:
Auch zu diesem Thema haben wir schon mehr als einmal gehört, dass wenn wir nicht aus Deutschland (und dazu noch aus Bottrop) kommen würden, sondern aus einer hippen Stadt in England oder den Staaten, unsere Chancen sicherlich besser wären. Wir versuchen uns da so wenig Gedanken wie möglich zu machen. Ändern könne wir's eh nicht, also machen wir einfach so weiter wie bisher und hoffen das die Leute sehen, dass es egal für die Musik ist aus welchem kleinen Vorort man kommt...
Frank:
Wir hoffen außerdem auf den Hype, der alle Bands aus Bottrop sofort in den Musikhimmel katapultieren wird...
SJM: Ich denke, es ist für eine Band ein großer Rückschlag, wenn der Schlagzeuger auf einmal aussteigt und Ersatz gefunden werden muss, vor allem, wenn so Großes ansteht wie die Debut Full-Length. Wie habt ihr dennoch die Kurve gekriegt. Das (Anlernen, etc.) musste wohl bezüglich der Support-Tour alles ziemlich schnell gehen, oder?
Michael:
Ich denke, dass wir mit Johan eine Menge Glück gehabt haben. Er ist ein tierischer Schlagzeuger. Die ersten drei - vier Shows haben wir viel mit cues gearbeitet, aber inzwischen verstehen wir uns fast blind auf der Bühne. Im Studio war das ganze sowieso kein Problem. Er hat sich ziemlich gut vorbereitet und wenn trotzdem was daneben ging, haben wir es halt noch mal gemacht.
Trotz allem war es natürlich etwas seltsam nach 5 ½ Jahren mit jemand neuem die Rückbank des Tourbusses und den Proberaum zu teilen...
Frank:
Es war natürlich schade, dass wir auf einmal eine Stelle neu zu vergeben hatten, aber Johan hat sich als perfekt für uns herausgestellt und wird sicherlich bei dem Songwriting für die zweite Platte einige kreative Überraschungen bieten. Live ist der Mann mittlerweile ein Traum....
Sweet Jane Music: Mir fällt es auf Anhieb ziemlich schwer, eine musikalische Schublade für euch zu finden. Da müsste wohl eher ein ganzer Schrank her. Welche musikalischen Einflüsse hattet/habt ihr und in wie fern haben sie euch beeinflusst?
Michael:Musikalische Einflüsse haben wir wahrscheinlich Hunderte. Und jeder von uns verschiedene. Beeinflusst haben sie uns mit Sicherheit alle…
SJM: Was hört ihr persönlich zu Hause für Musik. Ich kann mir vorstellen, dass das bei euch sehr breitgefächert ist und das die Geschmäcker auch innerhalb der Band stark variieren? Wenn ja, ist diese Pluralität förderlich?
Michael:
Das ist tatsächlich ziemlich breit gefächert. Im Moment läuft bei mir gerade Bright Eyes - letting of the happiness aber zum Aufstehen war es noch Chick Corea.
Ich glaube die Divergenz in unserem Musikgeschmack tut uns ziemlich gut. Es ist zwar anstrengend so auf einen Nenner zu kommen, aber so sind wir davor gefeit eindimensional zu werden…
Frank:
Im Gegensatz zu Michael bin ich heute mit der neuen Tindersticks aufgewacht und vergnüge mich gerade zu der neuen Zoot Woman, aber auch ich glaube, dass es uns produktiver macht, dass wir alle verschiedenste musikalische Vorlieben haben, die sich in irgendeiner Weise verbinden und so etwas anderes ergeben als man es selbst erwartet hätte...
SJM: In der Presse ist immer mehr von euch zu lesen. Was steht nach dem Release des Albums an? Ich könnte mir vorstellen: Viel Promotionarbeit und viele, viele Konzerte. Ist dem so?
Michael:
Das trifft es ziemlich gut…
Frank:
Je mehr desto besser. Wir werden einige Zeit unterwegs verbringen....
SJM: Was können wir von Mournful in nächster Zeit erwarten? Habt ihr schon Pläne, die über dieses Album und seine Promotion hinausgehen?
Wir machen einfach so weiter wie bisher. So viele Konzerte wie möglich spielen und an neuem Material für das zweite Album arbeiten…
SJM: Ein abschließender Satz zur immer größer werdenden Fangemeinde?
Michael:
Love us and we'll love you back…
Gutes Schlusswort. Zur Abrundung sei nochmal auf unsere Besprechung ihrer Debüt-Scheibe hingewiesen hier. Außerdem steht die Tour an. Schaut Euch die Jungs an und zwar hier:
04.10. Soest, Ach So
22.10. Köln, MTC
24.10. Ahaus, Logo
25.10. Schüttdorf, Komplex
01.11. Essen, Zeche Carl @ Essen Bebt
03.11. Würzburg, AKW
04.11. Frankfurt, Clubkeller
22.11. Recklinghausen, JZ
23.11. Bochum, Café Sachs
12.12. Berlin, Magnet
14.12. Wuppertal, Pavillion
(Dennis)
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