Kevin Devine - 11.12.2003, Berlin

Kevin Devine ist klein. Und auf dem Weg ein ganz großer zu werden. Dieses Jahr beehrte er uns zum zweiten mal live, nachdem er schon als Appetithäppchen im Vorprogramm von Dashboard Confessional die Mädchenherzen erweichen durfte. Mit seiner Band "Miracle of 86" hat er dieses Jahr bereits ein Album veröffentlicht. Seine zweite Solo-Platte "make the clocks move" erscheint bei uns am 19.1. und erfährt Lob von allen Seiten. Grund genug, den Herrn zum Interview zu bitten. Als wir im Magnet ankommen ist Kevin im Fototermin und lässt sich mit "Fuck Bush" Plakaten ablichten. Das weckt ja grundsätzlich schonmal Sympathien. Und tatsächlich zeigt sich Kevin uns dann auch als sehr aufgeschlossener, politisch interessierter netter Junger Mann und als äußerst angenehmer Gesprächspartner, mit dem wir die ganze Nacht hätten weiterquatschen können.

SJM: Hey Kevin, vielleicht kannst Du einen kurzen Überblick über deine musikalische Karriere geben?
Kevin: Ok, also ich habe in einer Band gespielt seit ich ungefähr 13 Jahre alt war. Dieses Jahr war das beste und sehr anstrengend, ich habe 170 shows gespielt, mehrere Touren in Europa, den Staaten und Kanada. Dann habe ich zwei Platten veröffentlicht, "every famous last words" mit meiner Band Miracle of 86 und "make the clocks move" von mir allein. Meine zweite Soloplatte und Miracle`s drittes Album.

SJM: Wann hast Du angefangen, ein Instrument zu spielen?
Kevin: Ich war glaube ich ungefähr 10 als ich angefangen habe mich für's Gitarrespielen zu interessieren. Ich hab damals aber nur sonderbares Zeugs gespielt was ich in der Schule lernte, wie "the littel drummer boy". Dann hab ich erstmal für 21/2 Jahre wieder aufgehört. Richtig angefangen habe ich erst in der 8ten Klasse als ich 13 war. Da lernte ich dann Guns'n'Roses und Nirvana Songs. Meine erste Band hieß "Delusion", aus der wurde übrigens später Miracle of 86, das waren die gleichen 3 Leute für ungefähr 8 Jahre. Am Anfang spielten wir Grunge Covers und so bei irgendwem im Keller. Furchtbare Songs. Wir waren echt schlecht. Wir waren halt Kids.

SJM: Aber es gab schon Die bewusste Entscheidung Musiker zu werden?
Kevin: Ja, das wollte ich schon seit ich klein war.

SJM: Hast Du denn auch richtigen Gitarrenunterricht gehabt?
Kevin: Das hat mich gelangweilt. Ich war ein kleiner Junge und ich spielte Baseball und so. Ich wollte nicht mit einem 50 Jahre alten Typen in einem Zimmer sitzen und Elvis-Songs lernen. Ich wollte richtigen Rock'n'Roll spielen, diese "Cock-Rock" Songs von Warrant oder wem auch immer. Aber der Typ meinte: "das zeig ich Dir nicht". Also hab ich aufgehört. Nirvana waren der Grund warum ich wieder angefangen habe, denn es schien als könne jeder diese Songs spielen, auch wenn ich herausgefunden habe, dass das gar nicht stimmt. Der Typ war ein verdammt großartiger Gittarist. Zwar konnte jeder die Chords spielen, aber die anderen Dinge, die er gemacht hat ...

SJM: aber er konnte keine Noten lesen.
Kevin: Ja das kann ich auch nicht. Ich kann weder Musik schreiben noch lesen. Ich erinnere mich aber dran, wenn sie es Wert ist.

SJM: Und so schreibst Du auch Deine Songs?
Kevin: Ja, ich singe eine Melodie und später kommen dann die Texte dazu, machmal spiele ich etwas auf der Gitarre, das ist immer unterschiedlich. Wenn es gut ist, erinnere ich mich dran. Die Texte schreibe ich allerdings immer auf, ich schreibe echt viel.

SJM: Kannst Du denn mittlerweile von der Musik leben?
Kevin: Ja, jetzt schon. Mit ein bisschen Hilfe der Regierung. Ich verlor meinen Job und bekam Arbeitslosengeld. In der Zeit habe ich viel Touren können und habe einen Vertag mit einem Independent Label in den Staaten abgeschlossen. Davon kann ich jetzt leben.

SJM: Wie alt bist Du jetzt? 23, nächste Woche werde ich 24.

SJM: In welchem Land bist Du am bekanntesten?
Kevin: In Deutschland würde ich sagen. Auch in den Staaten. Aber ich denke da geht es erst los. Hier in Deutschland waren die besten Touren und es gab die besten Reaktionen. Das deutsch Rolling Stone hat meine schon erste Platte besprochen und ich war damals total baff. Das war vor zweienhalb Jahren. Das erste mal, dass das Rolling Stone in Amerika etwas über mich geschrieben hat war vor einer Wochen, da haben sie die neue Platte reviewten. Also hier scheinen sie etwas weiter vorn zu liegen.

SJM: Unterschiede zwischen dem Publikum hier und in den Staaten?
Kevin: Hier werde ich sehr nett behandelt. Das ist ein Unterschied. Die Kids hier sind viel zugänglicher, auch wenn sie einen nicht kennen. In NY gibt es so viele Shows und so viele Band, wenn die Leute dich nicht kennnen, dann interessieren sie sich auch nicht für Dich. Aber Shows sind Shows. Wenn die Leute deine Musik mögen, dann ist es überall ähnlich, egal wo man ist. Und wenn die Leute deine Musik nicht mögen ist es auch überall ähnlich, egal wo man ist (lacht).

SJM: Ist das Singer/Songwriter Ding drüben auch so groß?
Kevin: Ja, es gibt echt große Bands, in dem Bereich. Dashboard Confessional sind sehr bekannt, Bright Eyes auch. Das sind die beiden größten. Aber es gibt Hunderte dieser Bands.

SJM: Hast Du eine Idee warum diese ruhige Singer Sonwriter Musik gerade so angesagt ist?
Kevin: Naja, es gab ja immer bekannte Singer/Songwriter. Leute wie Bob Dylan oder James Taylor oder in den 80ern auch ganz schlechte wie Don Henley. Diese Künstler sind immer da. Ich glaube der Grund dafür, dass gerade Dashboard im Moment so abgehen ist, dass die Leute genervt sind von der ganzen Rap/Rock-Star Zeugs. Dashboard ist sehr save, keine Ecken und Kanten. Vielleicht ist es auch ein bisschen wie bei dem Grunge-Ding. Die Leute sahen aus als könnten sie deinen Rasen Mähen oder an der nächsten Tankstelle arbeiten. Kurt Cobain sah aus wie jeder Normalo. Wie Du und Ich. Kein Spandex, kein Six-Pack Bauch und wasweissich. Aber eigentlich weiss ich nich wirklich was passiert. Ich weiss nie warum Sachen populär werden. Sicher schadet es nicht, dass Dashboard ein gutaussehender Kerl ist. Sowas spielt ja bei allen bekannten Pop-Musikern eine große Rolle. Er ist eine Sichere Sache Ihn als unabhängigen Musiker zu haben.

SJM: Wie war denn die Tour mit ihm?
Kevin: Großartig. Er ist ein sehr netter Typ. Ich bin ihm wirklich dankbar. Dieses Jahr hat er mich auf den drei Shows in Deutschland mitgenommen, ich habe mit ihm in seiner Heimatstadt Conneticut vor 2000 Leuten gespielt und er hat echt nette Sachen in der Presse über mich gesagt. Ich glaube im Intro und in Alternative Press, einem großen amerikanischen Magazin. Er was wirklich nett zu mir. Und die Tour hier hat viel Spass gemacht. Große Shows vor 600, 800 Leuten.

SJM: Was magst Du am meisten an Europa?
Kevin: Das George Bush nicht hier ist (lacht). Ich glaube es gibt generell eine größere Akzeptanz für unabhängige Kunst in Europa. Es gibt mehr Nischen. In Amerika interessiert sowas keinen. Nur ein paar kids aber sobald es sowas wie eine "Untergrund-Bewegung" gibt, wird es vom Mainstream vermarktet. Hier wird so etwas mehr angenommen. Die Kulturen sind natürlich auch interessant. Und ich liebe die Tatsache, dass es in jeder Stadt in der ich war etwas gibt was 1000 Jahre alt ist. Eine Kirche oder irgend etwas. Das ist wirklich cool. Der kulturelle Reichtum. Deshalb bin ich gern aus Amerika weg. Ich hasse die Regierung und es gibt keine Kirchen von 1200 irgendwas. Ich war auch schon mehrmals hier in Berlin und hatte Zeit mir was anzugucken. Diemal war es leider zu knapp.

SJM: Warum spielst Du in einer Band und machst gleichzeitig Solo-Platten?
Kevin: Ich habe irgendwann damit angefangen Musik zu mögen, die sich hauptsächlich um die Texte dreht und bei der die Musik nur den Hintergrund liefert. Die Musik, die wir mit der Band machen ist anders. Punkig, aggressiv. Natürlich sind die Texte mir dort auch sehr wichtig aber sie stehen nicht so im Vordergrund. Ausserdem wollte ich etwas machen, dass sehr viel ruhiger ist. Vor fünf oder sechs Jahren, als wir anfingen in der Öffentlichkeit zu spielen, da liebte ich Elliot Smith und ich hatte auch schon viele akkustische, ruhige Songs, aber ich traute mich nicht, die öffentlich zu spielen, bis ich ihn sah. Und ich dachte: "wow, er ist besser als jede Band und es ist nur ein Typ mit einer Gitarre". Und dann wollte ich auch da rausgehen und das machen. Aber ich habe schon immer solche Songs geschrieben uns so seit ich 20 bin schreibe ich viel viel mehr solche Songs als Rocksongs. Das entspricht mehr dem was ich höre und es fällt mir leichter.

SJM: Magst Du Johnny Cash?
Kevin: Ich liebe ihn. Es ist so traurig dass er gestorben ist. Aber ich muss gestehen, ich bin eher so der Typ der das greatest Hits Album besitzt. Ok, eines von den Gefängnis-Konzerten. Und die letzten 4 American Recordings-Alben sind super.

SJM: Schreibst Du auch die Songs für Miracle?
Kevin: Das inst unterschiedlich. Manchmal ich, manchmal Mike unser Gitarrist oder wir alle zusammen.

SJM: Was sagst Du zu der Label-Situation? Hier in Europa sind ja alle Deine Platten (auch das neue Miracle of 86 Album) auf Definace erschienen. In den Staaten ist "make the clocks move" auf Triple Crown, wo Du der einzige Singer/Songwriter Act bist, während alle anderen Platten auf ganz verschiedenen Labels erschienen sind.
Kevin: Ich liebe Defiance, sie kümmern sich sehr um ihre Bands und sind mit viel Leidenschaft dabei. Sie sind ein wichtiger Grund warum ich bekannter werde. Triple Crown Owner Fred ist auch großartig. Ich mag es irgendwie, dass ich dort der einzige Singer/Songwriter bin. Brand New und die Hardcore Bands die er rausbringt klingen ganz anders. Das ist gut. Und auch wenn ich es toll fände bei einem Lable wie Saddle Creek oder Sub Pop zu sein, denke ich, ich habe bei Triple Crown jetzt ein gutes zu Hause für meine Musik gefunden.

SJM: Was wird auf der neuen Platte ("make the clocks move" erscheint am 26.1.2004) anders sein als auf der alten ?
Kevin: Sie ist komplexer, mehr Keyboards und unterschiedliche Instrumentierung. Das Songwriting ist erwachsener. Ich war erst 19 als ich die Songs für meine erste Platte geschrieben habe. Texlich hat sich viel geändert. Die Produktion ist besser. Zu Hause spiele ich die neuen Songs auch live mit einer Band. Ich hoffe, dass ich das nächste mal auch mit den Jungs auf Tour gehen kann, aber das konnte ich mir nicht leisten.

SJM: Welches ist Dein Lieblingssong auf der neuen Platte?
Kevin: Das Hängt von meiner Stimmung ab. Ich habe eine besonderen Bezeihung zu "ballgame", weil es ein großer Schritt fü mich war, diesen Song zu schreiben. Er ist sehr direkt. Aber ich mag ehrlich jeden Song. Auf "circle gets the square" sind ein paar Stücke, die ich im nachhinein vielleicht nicht mehr auf die Platte gemacht hätte. Natürlich kann es sein, dass ich in ein paar Jahren über dieses Album genauso denke, aber im Moment bin ich total zufrieden.

SJM: Was ist die Bedeutung des Titels "make the clocks move"?
Kevin: Der stammt aus dem Song "Tap Dance". Es geht um Dinge die wir tun um nicht über unser hirnloses Arbeitsleben nachdenken zu müssen. So viel Leute hassen ihre Jobs und alle akzeptieren, dass es so ist und das ist bullshit. Für mich war es besser, keinen Job zu haben. Ok, finaziell war es härter, aber ich habe wieder angefangen richtig zu leben. Nur weil ich auf diese Weise Glücklich bin, heisst das natürlich nicht, dass es für andere gelten muss. Aber ich finde es schon traurig. Im Moment leben die meisten Leute bis sie mit 21 einen Job finden und dann erst wieder wenn sie 65 sind. Und dann sterben sie und das wars. Ich bin kein Idiot, mir ist klar dass wir nicht unser Leben lang rumrennen und nichts tun können. Aber es muss einen besseren Weg geben. Eine andere Form der Arbeit, die nicht so gleichförmig ist, oder andere Zeiteinteilungen, oder bessere Bedingungen. Im Moment ist es doch so, dass das Leben den meisten Leuten nicht viel Spass macht und alles was wir tun, ob wir uns mit Freunden treffen, Dinge analysieren, trinken, wir versuchen uns immer davon abzulenken, dass wir eigentlich die meiste Zeit nur darauf warten, dass die Dinge die wir tun müssen vorbeigehen. Dass die Uhr schneller läuft. Ich schreibe deswegen Songs.

SJM: Deine Texte sind sehr persönlich. Was hälst Du davon politische Lyrics zu schreiben?
Kevin: Ein bisschen davon ist auf der neuen Platte. Ich schreibe solche Dinge nicht gern indem ich mit dem Finger aus etwas zeige. Ich bin froh, dass es Bands gibt die das tun, die muss es auch geben. Aber ich fühle mich wohler damit, wenn politische Aussagen in persönlichen Texten verpackt sind. Ich mache das gern, ich möchte, das meine Gedanken gehört werden, aber so rein politische Texte sind mir zu trocken. Conor Oberst schreibt tolle politische Texte, denn er schafft es sie persönlich zu machen. Phil Oaks war ein großer ProtestSonwriter. Sogar die besten politischen Songs von Dylan sind sehr persönlich.

SJM: Was ist deine Einstellung zur Bush-Regierung und dem Krieg im Irak?
Kevin: Ich kann in weniger 24 Stunden nicht alles aufzählen, was ich an der Bush-Regierung scheisse finde. Ich denke die Invasion des Irak war ein Beispiel. Unser Präsident hat gesagt: "wir kümmern uns einen Scheiss darum was der Rest der Welt darüber denkt, wir machen einfach was wir wollen". Die UN hat nich zugestimmt, halb Europa war dagegen, aber das war egal. Wir hatten diese Cowboy-Mentalität: "ihr seid dafür oder ihr seid gegen uns". Das ist doch scheisse. Es ist gewalttätig und schmerzhaft und so dumm. Aber es ist nicht nur Bush. Das US-Governemt war immer eine abgefuckte Unterdrücker-Instiution. Eroberer. Ein Empire. Clinton, Reagen, Bush, Kennedy, alle haben so gehandelt. Wenn man über die Geschichte unseres Landes liest, wird einem schlecht. Alles was man als Kind erzählt bekommt ist falsch. Das macht es echt schwer, sich nicht für seine Herkunft zu schähmen. Was Bush damit den Menschen antut, das macht mich noch wütender. Nach dem 11. September hätten darüber nachzudenken können, warum das geschieht und warum es Menschen auf der Welt gibt die so über uns denken. Und diese Angst, die Energie die das Hervorgerufen hat, wurde einfach ausgenutzt, um alle noch wütender zu machen und in einen Krieg zu ziehen. Obwohl sie vorher wussten, dass so etwas würde passieren können. Und dann haben sie ein ganzes Land platt gemacht um einen Typen zu finden. Ich wüsste gern was die Amerikaner sagen würden, wenn bei uns sowas passieren würde. Wenn zB die Iraker die ganzen USA in die Luft gejagt hätten um Clinton zu fangen. Immerhin hat der ein Krankenhaus bombardiert, weil sie dachten es sein ein Militärstützpunkt. Also es gibt zeimlich viel was mich dort abfuckt.

SJM: Gerade in Deutschland ist es sehr populär eine Anti-Haltung gegenüber der Amerikanischen Regierung einzunehmen, tozdem sind amerikanische Trends was Musik und Mode angeht sehr populär.
Kevin: Naja, ich glaube die Leute hier sehen auch parallelen zwischen Bush und dem Typ, der Euer Land abfuckt. SJM: Aber er wurde gewählt.
Kevin: Bush wurde nicht gewählt. Er verlor. Die Auszählung in Kalifornien war manipuliert. Aber die Demokraten wären auch nicht besser gewesen. Es gibt da kaum einen Unterschied. Sie haben höchstens einen etwas netteren Touch. Sie sind alle Marionetten sie werden alle von der Lobby in die Tasche gesteckt. Das ist auch so ein Punkt. Die Leute leben in einer Welt die ihnen nicht gefällt, nehmen das hin und gehen deswegen auch nicht mehr wählen, weil sie glauben, dass sich sowieso nichts ändert. In Amerika nehmen maximal 50% der Bevölkerung an einer Wahl teil. Deshalb haben wir einen Präsidenten, für den nur 20% des ganzen Volkes gestimmt haben. Aber nur weil es so ist, heisst das nicht, dass es so bleiben darf. Ich bin wirklich stolz auf die jungen Leute in Amerika, die dort protestieren und sich engagieren.

SJM: Ok, zurück zur Musik. Was sind Deine größten Einflüsse?
Kevin: Elliot Smith, Nirvana, Pavement, Sonic Youth Superchunk, Cat Power, Beatles, Pixies, REM; Smith.

SJM: Deine Lieblings Platten zur Zeit? Kevin: Wilco, Cat Power, Bright Eyes, Postal Service, letzte Jhonny Cash, Modest Mouse, übrigens auch ein großartiger politischer Songwriter. Sehr metaphorisch.

SJM: Wie stehst Du zum Filesharing?
Kevin: Hab ich kein Problem mit. Ich verdiene eh kein Geld mit der Musik. Und wenn Du fuckin' Eminem bist und 6 Millionen Platten verkaufst und dann dicke Kinder, die in ihrem Schlafzimmer Songs runterladen mit Klagen überziehst, das ist lächerlich. Ich das ein bisschen gespalten. Einerseits möchte ich auch gern meine Platten verkaufen, weil ich mein Rückflugticket bezahlen muss. Aber ich bin auch viel im Internet und ich finde es gut, dass auf diesem Wege viel mehr Leute meine Musik hören können. Und wer die Platte mag, der kauft sie sich auch. Und wenn es nur jeder 10te ist. Ich glaube nicht dass die Leute tatsächlich Musik "stehlen" das ist ein Mythos. Das beweisen auch die Statistiken.

SJM: Was sind deine Pläne für die Zukunft ?
Kevin: Weitermachen. Ich habe einen tollen Booking-Agenten in den Staaten gefunden. Der Typ macht Wilco, die Eels, Patti Smith und Ryan Adams. Ich habe keine Ahnung warum er mich buchen will, aber er machts. Das ist großartig. Ausserdem kommt jetzt erstmal die Promotion zum neuen Album. College Radios und so weiter.

SJM: Schreibst du eigentlich auf Tour?
Kevin: Ja, ich schreibe immer. Heute habe ich zwei halbe Songs geschrieben. Ich denke zwar im Moment noch nicht daran, die nächste Platte aufnehemen, aber wenn mir jemand eine Pistole an den Kopf setzen würde hätte ich genug Material für ein Album.

SJM: Ein Wort an Deine Fans?
Kevin: Ich bin echt glücklich darüber auf Tour zu sein und Reisen zu können. Deshalb möchte ich allen danken, die zu meinen Shows kommen und das ermöglichen.

Das war doch ein schönes Schlusswort vom Kevin und dass er das ernst meint, daran blieben keine Zweifel, als er sich später bis tief in die Nacht 2 Stunden lang die Seele aus dem Leib sag und dabei auch noch richtig witzig war.

(Stefan)