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2004 könnte das Jahr für Mister Kevin Devine werden. Mit "make the clocks move" kommt eine fantastische Scheibe auf den Markt, er war mit Dashboard Confessional auf Tour und auch alleine macht er eine mehr als ordentliche Figur. Doch der Reihe nach..
Kurz bevor der anstehenden Veröffentlichung seines zweiten Albums und kurz nach einer viel umjubelten Tour zusammen mit dem Shootingstar von Dashboard Confessional kam der gute Kevin D. zusammen mit Surrounded und Torchous ins Berliner Magnet. Der Abend stand unter dem Zeichen der unplugged Darbietungen, d.h. es waren die leisen Töne, die domminiert haben.
Als erstes waren die schwedischen Newcommer von Surrounded zu bestaunen. Leider konnte ich nur die letzten Töne mitbekommen wegen dem Interview mit Kevin D., aber die Schweden haben extrem ruhige Töne angeschlagen, keine Temperatmentsausbrüche waren zu vernehmen und das war gut so. Ihr Debüt dürfte auf Deep Elm Recs. erscheinen und sicherlich für den ein oder anderen interessant sein. Mehr dazu, wenn ich es mal angehöt habe.
Danach kamen die Berliner von Torchous auf die Bühne und haben allesamt während des gesamten Gigs gesessen, vermutlich um die Wohnzimmeratmosphäre zu unterstreichen. Soweit ich das hören konnte, waren die Songs größtenteils (alle?) instrumental gehalten. Aber da ich weder mit dem bisherigen Werk der Band besonders vertraut bin noch bisher mit ihrer Musik warm geworden bin, ist der Auftritt weitestgehend an mir vorbeigerauscht. Aber den Zuschauern, die zahlreicher als noch bei Surrounded waren, scheints gefallen zu haben.
Dann war es soweit und der Auftritt vom Mann, wegen dem wir gekommen waren, fing an. Das ist daher erwähnenswert, da Eure sweetjanemusic-Frontberichterstatter ihr Hirn zu Hause gelassen hatten und daher nicht mitbekamen, dass der Kevin in der Lounge des Magnets im Obergeschoss spielte und nicht auf der Bühne. Bis wir das rausgefunden hatten, waren die ersten zwei Tracks bereits gespielt. Ich weiss, wir hätten vielleicht weniger Energie aufs Bierholen verschwenden sollen, und dafür mal die gut lesbaren Ankündigungen überall beherzigen sollen.
Doch glücklicherweise war nichts zu spät, Kevin Devine spielte ein ausgefeiltest Programm von zwei Stunden, so dass die Verspätung bald vergessen war. Kevin stand allein auf der Bühne lediglich mit akustischer Gitarre bewaffnet und hat seine Lieder dem Publikum auf den Sofas zum besten gegeben. Eingetaucht in oranges Licht entstand so eine recht intime Stimmung, durch die die warmen Songs bestens zur Geltung kamen.
Es gab Songs aus dem gesamten, noch jungen Schaffen des New Yorker, wobei ein deutliches Augenmerk auf die Songs des demnächst erscheinenden Albums "make the clocks move" gelegt wurde. Heimlicher oder unheimlicher Hit hieraus ist sicherlich "Ballgame", das auch entsprechend dargeboten und aufgenommen wurde. Ich selbst war freudig überrascht, auch Songs von der "travelling the EU"-EP vom letzten Jahr geboten zu bekommen, die doch drei sehr fantastische Songs enthält. Unbedingt zur Geltung kommt die musikalische Entwicklung, die Kevin D. durchgemacht hat. War sein Debüt noch im zarten Alter von 19 Jahren geschrieben und aufgenommen, sind die neuen Songs doch sehr viel weniger pathetisch und damit einfach hörbarer. Das kam auch den älteren Songs zu gute, die in der Darbietung auf ganzer Linie hinzugewinnen konnten.
Die ganze Show war sehr unterhaltsam, da hier kein schüchterner Debütant auf den Brettern stand, sondern ein ausgewachsener Entertainer, der das Publikum stets gut im Griff hatte und einige lustige Anekdoten von sich gab, die die Zeit nicht lange werden ließen. Kuriosität am Rande: Herr Kevin Devine scheint in seiner Freizeit gerne mal eine Rap-Scheibe zu hören. So kam es, dass er den akutellen Hit des Rap-Duos Outkast gecovert hatte (mit aksutischer Gitarre wohlgemerkt!) und das selbst sehr lustig fand. Der Rap-Spass ging noch weiter, als während einer kleinen Pinkelpause ein Die-Hard Fan von Kevin D. ungefragt die Bühne bestieg und einfach ein paar (besoffene) Geschichten aus seinem verstrahlten Leben zum besten gab und zum Schluss die menschliche Beatbox gab. Kevin kam zurück, war kurz geschockt, hat aber dann tatsächlich mitgerappt! Es geschehen noch Zeichen und Wunder. Hiervon zeugt unser letztes Foto.
Alles in allem ein spassiger Abend. Kevin Devine war klasse und gut aufgelegt. Einzig fragt sich, ob nicht eine kürzere Spielzeit hier mehr gewesen wäre, da die Aufmerksamkeit des Publikums doch ein wenig mit fortgeschrittener Zeit flöten ging. Ansonsten Daumen hoch!
(Elmar Devine)
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