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An diesem schönen Julitage sollte das Festival auf dem Audimax-Vorplatz der Uni Giessen um 18.00 Uhr beginnen. Pünktlich um 19.00 Uhr ging es dann auch los. Wie ein Fußballspiel konnte man dieses Festival in 2 Halbzeiten unterteilen, die von jeweils drei Bands bestritten werden sollten.
Robby Line bestritten den Anfang dieses Abends, konnten jedoch mit ihrer Mischung aus gitarrenorientiertem Reggae und Funk das Publikum nicht so recht vom Beton lösen. Aber es war ja auch noch früh und an so einem Festivaltag muss sich ja schließlich erst mal warmgetrunken werden. Nach einer Stunde Spielzeit betraten dann Blender die Bühne. Die jungen Männer spielten typischen College-Punkrock, der meiner Meinung nach zu austauschbar war, um originell zu sein. Sie spielten auch ca. eine Stunde, vermochten es aber auch nicht, das Publikum, welches mit der Zeit immer zahlreicher wurde, in Tanzstimmung zu versetzen. Den letzten Teil der ersten Halbzeit bestritten dann elfmorgen. Musikalisch bewegte sich das ganze zwischen Hamburger Schule, deutschem Gesang also, und einer Brise Pop-Punk.
Inzwischen waren es auch schon etwa 20.00 Uhr und man hatte die Möglichkeit, sich am Würstchen- oder bzw. und Kuchenstand zu stärken. Das Festival war also gut organisiert und ließ es an nichts fehlen.
Als es dann langsam Dunkel wurde, also etwa nach einer halben Stunde Pause spielten My Local Hero und man merkte, dass auch langsam das Publikum mobiler wurde und jetzt größtenteils direkt vor der Bühne stand. My Local Hero boten Musik der härteren Gangart und bewegte sich im Nu-Metal Genre. Ich meine auch im Pulk der Zuschauer, die sich mittlerweile wohl auf 300 beliefen, ein paar sich schüttelnde Haarmähnen gesichtet zu haben.
Nach dieser Band begann für mich persönlich eigentlich der spannendste Teil des Abends, als Skinny Norris die Bühne für sich beanspruchten, konnte ich mich doch schon vorher in meiner Heimatstadt von ihren Livequalitäten überzeugen. Und enttäuscht wurde ich nicht. Im Gegenteil. Mit ihrem charmanten Punkrock, der live seine eigentlichen Potenziale freisetzt, überzeugten Skinny Norris vollends. Man merkte der Band die Spielfreude auch sichtlich an. Und wenn eine Pause zu überbrücken war, konnte man sich von den Entertainerqualitäten der sympathischen Zeitgenossen überzeugen. Meine Güte, was diese Band live für Energien freizusetzen vermag und auch in der Lage ist, diese auf das Publikum zu übertragen, ist schon erstaunlich. So freute es mich umso mehr, dass die Spielzeit, auch im Hinblick darauf, dass ein Grossteil der Gäste wegen dieser Band angereist waren, voll ausgenutzt wurde. Ich denke, man darf in diesen Tagen dankbar über solche Bands sein, die ihren ganz eigenen Stil seit nun schon einigen Jahren verfolgen und sich nicht vom Geschmack der großen Masse haben beeinflussen lassen.
Headliner des Disarray Sound Festivals waren GrafZahl aus Siegen, die es meiner Meinung nach schaffen, einen breitflächigen Sound zu schaffen, obwohl diese Band nur aus drei Mannen besteht. GrafZahl machen sehr melodischen, deutschsprachigen, poppig angehauchten Indie rock. Da der Zeitplan des Festivals nicht ganz eingehalten werden konnte, hatten nun schon viele Leute den Heimweg angetreten und so ging die letzte Band des Abends leider etwas unter, was man ihnen jedoch keinesfalls anmerkte und ihrer Spielfreude auch keinen Abbruch tat. Nach zwei Zugaben beschlossen sie das Festival schließlich gegen 2.00 Uhr morgens.
Auf Aufnahmen von dem Abend selbst muss leider verzichtet werden, da in diesen Tagen noch keine verfügbar sind. Und hätte ich eine Kamera dabeigehabt: Ich hätte den Auslöser nicht mehr gefunden, selbst wenn es der einzige Knopf auf dem Apparat gewesen wäre.
Alles in allem eine sehr angenehme Veranstaltung,die Spaß gemacht hat und es an nichts fehlen ließ, sich nur leider aufgrund der Anzahl der Bands unnötig in die Länge zog. Ansonsten wäre jegliche Kritik unangebracht. Wer noch mehr über den Abend erfahren möchte, kann sich gerne auf http://www.disarray-sound-festival.de begeben. Dort sind auch links zu den Bands des Abends zu finden.
Dies und die Einsicht, dass man im Burgerking um 3.30 Uhr nachts vom Storemanager aus der Kinderecke rausgeschmissen wird, nur weil man sich im Bad der bunten Bällchen erfreute, blieben.
P.S. in eigener Sache: Es möge sich doch bitte die Frau bei mir melden, die den hervorragenden Mandarinencrèmekuchen mit dem aufgestreuten Zimtpulver gezaubert hat. Ich habe da vor Zeugen ein Versprechen abgegeben, sie vom Fleck weg zu heiraten, wenn ich ihre Identität ausfindig machen kann. Ich gebe zu, das nicht nur zu ihrem Nutzen gemacht zu haben. Ich gestehe.
(Dennis Grenzel)
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