Ataris - 12.05.2003 Berlin, Magnet

So um 22:00 Uhr schaffe ich es erst in den Club und bin ziemlich erstaunt, dass es gar nicht richtig voll ist. Zwar tummeln sich schon einige Menschen im Magnet, die sich vielleicht auch die Vorband angesehen haben, aber als die Ataris gegen halb elf endlich anfangen und der Konzertraum sich füllt, wird klar, dass der Laden höchstens ¾ voll ist. Das mag an dem recht happigen Eintrittspreis von 14 Euro liegen, stört mich aber abgesehen davon erstmal nicht weiter. Die Ataris legen also los und zwar recht heftig, es gibt erstmal nur ältere noch recht HC-lastige Songs, die ich angesichts des doch eher soften neuen Albums nicht erwartet hätte. Die jungen Leute in den vorderen Reihen scheinen allerding auch mit dem Backkatalog ihrer Helden vertraut und ein paar singen jede Zeile mit. Ich bin nicht so begeistert. Trotz der härte des dargebotenen Materials, schafft die Band es nicht, mich zu überzeugen. Zu proffessionell, zu distanziert und vor allem total lustlos wirken die jungen Männer auf der Bühne. Das ändert sich auch nicht mit dem Hit des neuen Albums "this diary", oder der Solo-Darbietung von "the saddest song", die das Ersetzen einer gerissenen Bassseite überbrückt. Der einzige Song, auf den ich tatsächlich abgehe ist das Jawbreaker Cover "boxcar". Und auch das muss ich im nachhinein dem Song, nicht den Qualitäten der Band zuschreiben, denn weitere Höhepunkte bleiben aus. Nach 40 Minuten ist das Set vorbei, mit Zugaben dauert das ganze eine knappe Stunde. Später erfahre ich, dass die Herren sich im Vorfeld über die (mangelnde) Größe der Location beschwert haben. Peinlich, wenn man die dann nicht mal füllt und anschliessend beleidigt ist. Wer Rockstar sein will, sollte eigentlich professioneller sein. "Typische Montags-Band", meint der Soundmann, als die Show vorbei ist. Und da kann ich ihm leider nur noch zustimmen.
(Stefan)