Bewertung:
Label:
Epitaph
Released:
1.9.2003
Stil:
Emo/Country/IndieRock
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Poesie ist leider etwas, was man in moderner Rockmusik viel zu selten findet. Ein Grund mehr, den
Weakerthans zu huldigen, die mit ihrem neuen Album mal wieder Poesie in Perfektion geschaffen
haben. In der Tat sind John K. Samson's Lyrics das beste, was mir je an Songtexten untergekommen ist. Das bleibt auch auf ihrem nunmehr dritten Album so.
Doch nicht nur die Texte strotzen vor grossen Bedeutungen, interessanten Fragen und
beeindruckenden Vergleichen, nein, schon das Format des Albums ist als Digipack genauso gewollt.
Laut Sänger, Ex-Propaghandi-Bassisten und Revolutionär Samson sind Jewel Cases kalt und steril,
buchähnliche Digipacks hingegen "warm". Hier ist man definitiv mit dem Herzen bei der Sache.
Das Artwork gestaltete die bekannte kanadische Künstlerin Jake Moore.
Doch nun endlich zum Wichtigsten, der Musik. Waren die ersten beiden Weakerthans Platten noch
ein Mischmasch aus sehr langsamen Songs und Midtempo Nummern, gibt es auf
"Reconstruction Site" beinahe nur Mittelschnelle Lieder zu hören. Der Opener ist ein
druckvoller Track, in dem sogar am Ende Bläser zum Einsatz kommen. Auch wenn das bei der Band
noch nie der Fall war, passen sie genau da hin. Es folgt ein druckvoller Song, der die typische
Selbstironie der Kanadier genauso wiederspiegelt, wie ein Grossteil der Lieder auf dem Album.
Der folgende Titeltrack ist einer der absoluten Höhepunkte des Albums. Samson und seine
unverzerrte Gitarre brennen uns ein Liedchen in die Gehörgänge, welches diese nicht mehr so
schnell verlässt. Das hohe Niveau wird bis zum Ende gehalten. Es gibt keinen Ausfall auf diesem
Album. Egal, ob schnell oder langsam, die Weakerthans steuern mehr als souverän zur Revolution.
Große Melodien, große Worte.
Nicht nur Marxisten sollten hier zuschlagen.
(Daniel Bieter)
Label
Band
MP3 Downloads:
"the reasons"
"psalm for the elks lodge last call"
"plea from a cat named virtue"
HIER Stream des kompletten Albums
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