Bewertung:
Label:
Motorcity
League
Released:
2003
|
Unbounded kommen aus Chemnitz und treffen sich offenbar schon seit einiger Zeit zum gemeinsamen Musizieren. So haben es die Jungs schon auf drei Releases gebracht, angefangen 1998, und offensichtlich schon viel Liveerfahrung gesammelt.
Ihr neuster Streich heisst "Reviving", wurde zwischen Dezember und Februar 2003 eingespielt und hat einiges zu bieten. Unbounded hat sich der gefühlvoll vorgetragenen Rockmusik, besser bekannt als Emo, verschrieben, und im Gegensatz zu vielen Veröffentlichungen dieser Tage, die versuchen, ihren Emorock als etwas anderes zu verkaufen, als das, was er ist, machen Unbounded hieraus keinen Hehl. Das brauchen sie auch nicht, denn die Scheibe hat emomäßig alles zu bieten, was der geneigte Hörer erwartet. Es gibt die zu erwartenden Melodien, aber das Gesamtwerk bleibt einem nach mehrmaligem Hördurchgang als erfreulich flott rocken in Erinnerung. Der Trend geht hier zum Emorock in der wahrsten Bedeutung des Wortes Rock. Besonders hervorgehoben sei hier "donīt break my heart" oder "massify my mind" . Das hat zur Folge, dass man sich unweigerlich beim innerlichen Mitwippen ertappt und dass sich das Gehörte auf angenehme Weise von den meisten Scheiben aus dieser Musikrichtung abhebt, die nämlich oftmals den Hand zum Extremheulen an den Tag legen. Das ist natürlich nicht immer schlecht (zB The Gloria Record), aber eben manchmal eben auch ermüdend. Hier also die punkigere Variante, klarer Pluspunkt für Unbounded also.
Kommen wir zum sensibelsten Thema, mit dem sich alle deutschen Produktionen auf diesem Gebiet auseinandersetzen müssen: dem Gesang, oftmals bei deutschen Bands als Schwachpunkt ausgemacht und genauso oft auch zu recht. Bei "reviving" bin ich unentschlossen. Ok, hab mich entschieden, der Gesang ist ok. Vielleicht nicht das Highlight dieser Platte, es kann halt nicht jeden Tag ein Jason Beebout eine neue Platte aufnehmen, aber trotzdem annehmbares Ergebnis. Ich bin sogar fast sicher, wäre mehr Geld für die Produktion da gewesen, dann würde man auf dieses Thema gar nicht zu sprechen kommen.
Alles in allem 10 Songs, 30 Minuten, keine Ausfälle, keine neuen Emoheilsbringer, gute Unterhaltung.
(reviewed by E)
Label
Band
MP3 Downloads: "the place to hide from impressions".
|