Bewertung:
Label:
Defiance Records
Released:
25.08.2003
Stil:
hymnenhafter, melodischer Indierock
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Etwas verspätet, aber doch noch zeitig. Diese Platte hat mir bis dato den Atem geraubt. Und das sagt schon vieles. The National Anthems, die unlängst bei Defiance unterschrieben haben, machen wunderschönen, ja fast hymnenhften melodischen Poppunk, der seine Zuneigung zum Britpop keineswegs verbirgt. Es fällt schwer, für die 4 Jungs aus der schwedischen Industriestadt Karlstad, welche sich um Sänger/Songwriter Robert Stålbro versammelt haben, stimmige Vergleiche zu finden, da The National Anthems auf ihre Art einzigartig sind. Am ehesten hält da noch der Vergleich zu Last Days Of April stand, jedoch ist "before the storm" musikalisch durch- und eingängiger. Zum Begriff der Eingängigkeit: Dies hier ist eine zwar eine Platte, die schon nach dem ersten mal Hören erschließbar ist, jedoch ist sie alles andere als einfältig. The National Anthems zaubern hier eine nach der anderen Pop-Hymne aus dem Hut, die zugleich eine wunderbare Melancholie erzeugen als auch Atmosphäre besitzen, eine gänzlich unaufdringliche noch dazu. Ergänzt wird die Instrumentierung durch die Stimme von Sänger und Gitarrist Robert Stålbro, die einen unweigerlich mitreißt in seine gedanklichen Ausflüge und die mit Sicherheit in ihrer Sanftheit so überzeugt, dass die Integrität da in keinem Fall bezweifelt werden muss. Das ist auch ein entscheidender Punkt: "Before the storm" ist hymnisch und atmosphärisch, jedoch ohne dabei kitschig oder klischeehaft zu wirken.
Das erste Stück, das ich von dieser Band zu hören bekam, war "unknown road" , welches man sich auch unten als mp3 runterladen kann, und mir fiel es schwer zu glauben, dass eine Band über die gesamte Länge eines Albums so überzeugen kann. Ein Irrtum. Stücke wie der Opener "when autumn comes" und "walk with you" belehren mich eines besseren. Und das Qualitätssiegel hält stand, denn The National Anthems haben unter keinem der insgesamt 10 Songs einen Ausfall zu verbuchen.
Die Texte handeln von Verlusten und dem Leben, das einem diese Verluste immer wieder vor Augen hält. "Hope is a sinking ship, it´s our future clock but it stands still." Sätze wie dieser können für die der ganzen Platte stehen. Keine Hoffnung in Sicht, wäre da nicht diese musikalische Begleitung, die diese Stimmung auf der einen Seite unterstützt, auf der anderen Seite aber auch mal die Wolkendecke am Himmel aufzureißen vermag und einen Hoffnungsschimmer durchlässt.
Ein in sich geschlossenes, wunderbares Werk, an dem jegliche Kritik unangebracht wäre. Dieser Band steht eine glänzende Zukunft bevor, gibt es sie doch erst seit 2 Jahren. Und mit der Stimme von Songwriter Robert Stålbro bestückt, befindet man sich eh auf der sicheren Sonnenseite verschiedener Genres.
Für mich bisher DAS Defiance-Release dieses Jahres, wenn nicht sogar bis dato das beste überhaupt.
Verdammt noch mal, was haben diese Skandinavier nur im Blut, dass sie solche Highlights der Indierockgeschichte zu schaffen imstande sind?
(Dennis Grenzel)
Label
Band
MP3 Downloads:
"unknown road"
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