cover demnächst The Cooper Temple Clause - kick up the fire, and let the flames break loose
Bewertung:
Bewertung

Label:

Arista UK (BMG)

Released:
O8.09.2003

Stil:
brit- trip- rock

Schon das Debüt der verquerten Briten mit den schlechten Friseuren war ein verstörend schönes Monster, eine gelungene Vertonung von Psychosen und emotionalen Ausbrüchen in alle erdenklichen Richtungen. Schon die erste Singleauskopplung "Promises Promises" aus dem neuen Werk ist wieder so ein Biest, mit einem schweren Gitarrenriff und den charakteristisch kratzig- versoffenen vocals von Ben Gautry. Der Song ist aber eher die Ausnahme auf kick up the fire; wie sich schon auf dem Debüt abzeichnete, spielen die sechs Musiker gerne mal mit elektronischen Devices und schlagen auch gerne mal ruhigere, sentimental- melancholische Klänge an. So ist der überwiegende Teil auf dem Zweitling eher besonnen, wird aber nie langweilig, da sich die Readinger mal wieder als sehr experimentierfreudig erweisen, und die leichte Verwirrung auf musikalischer Ebene hat zu einem sehr vielschichtigen Album geführt, das viele Freunde der verschiedensten Musikrichtungen ansprechen wird. Was fehlt, ich aber auch nicht vermisse, ist die schleimig- schnulzige Positivity der geheilten Suede, die Coopies bleiben düster, melancholisch- depressiv, es klingt nach verrauchten, langen Clubabenden und postalkoholischer Depression, nach dreckigen Hafendocks und Schlägereien mit Unterarmtätowierten Fischverkäufern, die dem LSD frönen und St. Pepperīs für ein großes Album halten. Dabei wirkt alles wie ein verschwommener Rückblick, Bilder tauchen in Zeitlupe auf um im selben Moment wieder in einer Amnesie zu ertrinken. Man hört der Band den exsessiven Lebenswandel an, auch klingt eine ziemliche Ausgebranntheit und Erschöpftheit durch, so kann man auch den Titel in einem anderen Licht sehen. Das soll nicht heißen, das kick up the fire abgebrannt klingt, es ist eher postkathartisch und reflexiv. Kreativ- Kaputt, teilweise fast Jazzig ("Written Apology"). Wer mit 25 Jahren schon erste Anzeichen eines Burn Out Syndroms zu verspüren meint, für den ist die CD genau das Richtige. Das Album eignet sich sowohl als Hintergrunduntermalung sowie als Platte, wenn man "mal Musik hören" möchte. Der Herbst wird kommen!
(CS)

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