Bewertung:
Label:
Epitaph
Released:
9.09.2003
Stil:
"Altherrenpunkrock"
(laut Dennis)
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Ich habe früher oft und gerne Pennywise gehört. Diese Musik passte so gut zum revolutionären Biertrinken. Über Bands, die einem einmal so viel bedeutet haben, soll man nicht schlecht reden. Wirft man diesen Jugend- und Sympathiebonus mal kurzfristig über Bord, so bleibt über das neue Werk von Pennywise "from the ashes" nicht mehr viel Gutes zu berichten. "From the ashes" klingt gewaltig nach Auferstehung, doch davon kann hierbei keinesfalls die Rede sein.
"Now I know" eröffnet diese Platte und eines ist von Anfang an klar, ob man es nun positiv oder negativ werten will: Pennywise sind immer noch Pennywise. Die Melodien sind so austauschbar, dass ich sogar nach ein paar Hördurchgängen wohl das eine nicht mehr vom anderen Stück unterscheiden könnte. Deshalb bleibt es hier auch bei einer Nichtaufzählung der einzelnen Stücke. Wozu auch. Eins gleicht dem anderen und die oberflächlich scheinbar immer noch existierende Revolte genügt der Veränderung in keinster Weise. Wie auch. Ich trinke mein Bier heute lieber zu einem anderen Soundtrack.
Pennywise waren mal Originale, doch die Zeit einer Platte wie "unknown road" scheint schon längst abgelaufen zu sein. Das haben sie aber auch auf "about time" scheinbar noch nicht begriffen. Erstere Scheibe hatte noch Bedeutung für mich, jedoch kopieren sich Pennywise auf den letzten Alben immer wieder nur selbst und die Melodien scheinen auch langsam knapp zu werden. Kein Wunder. Ohne Gefahr jedoch, die Pennywise lieben und vorhaben, das auch weiterhin zu tun. "from the ashes" ist gänzlich ungefährlich, kein Stein im Weg, nicht kantig, halt einfach nur Pennywise. Oder nur noch.
Nun ja, ich hole beizeiten vielleicht noch mal "unknown road" raus, aber "from the ashes" taugt meines Erachtens nach nicht einmal mehr dazu, mit laut laufender Musik und heruntergelassenen Fenstern an 14-jährigen weiblichen Wohlstandpunks vorbeizufahren und ihnen damit zu imponieren.
Und mal unter uns: Wozu ist die Platte denn dann noch gut? Hmm.
(Dennis Grenzel)
Ok, ich habe auch früher oft und gerne Pennywise gehört und im Gegensatz zu Dennis höre ich sie auch heute noch gerne. From the Ashes ist ein ziemlich gutes Pennywise-Album geworden, dass sich in der Geschichte der Band beileibe nicht zu verstecken braucht. Die Platte knüpft ganz gut an das meiner Ansicht nach ebenfalls großartige About Time an und rockt von Sekunde eins an wie eh und je.
Gerade der Opener "now I know" kickt Hintern, dass man sofort weiss, was den geneigten Hörer erwartet: kraftvoller Melodienpunkrock, der gerne flott drauflosknüppelt und ebenso gerne eine melancholische Grundstimmung erzeugt. Zu kritisieren haben die Pennywise-Jungs auch im x-ten Jahr ihrer Existenz eine ganze Menge ("something to change"). Dass sie keine blutjungen Anfängerrockstars mehr sind, beweisen die Lyrics zu "yesterdays". Kurz gesagt, was will man mehr. Auch die Abwechslung kommt meiner bescheindenen Ansicht nach
nicht zu kurz. Man nehmen nur "this is only a test", das akustische Teile hat und damit eine recht dramatische Steigerung vorbereitet, oder "rise up", in midtempo gehalten und mit schön relaxtem Refrain. Ok, zugegeben, die Songs laufen meist auf
das altbekannte Pennywise-Schema heraus, nämlich schön schnörkellos und flott geradeaus. Ecken und Kanten fehlen so gesehen natürlich, aber hier handelt es sich auch um Pennywise, eine der Vorreiter dieser Musikrichtung, und nicht um die neuen Atthemarsvoltadrivein, die Rekorde im Frickeln brechen wollen.
Das führt zu der auch von meinem Kollegen aufgeworfenen Frage, wozu man sowas braucht. Die Antwort ist einfach: um so zu rocken, wie wir es auch schon vor 10 Jahren getan haben, aber in neuem Gewand. Sicher sind hier keine Innovationspreise zu gewinnen, aber das haben Pennywise auch nie gewollt. Und ehrlich, kann sich jemand vorstellen, in welche Richtung sich Pennywise stattdessen hätten entwickeln sollen? Mit Synthie oder Crossover-Einlagen? Gott bewahre! Für wen fehlende Weiterentwicklung ein Todesurteil ist, der dürfte sich sagen wir ca. 80% der hier besprochenen
Scheiben nicht anhören. Das ist einfach der Deal. Ich für meinen Teil ziehe mir lieber das Original im zeitgemäßen Gewand rein, ohne dass mir langweilig wird, anstelle einer uninspirierten Kopie, die es auch zu genüge gibt. Denke ich an alte Herren, denke ich bestimmt nicht an Pennywise. Also, Daumen hoch für From the Ashes.
Im Übrigen hat Dennis auch nicht die lustige DVD erwähnt, in dem die Pennys "altherrenmäßigst" jackassig abgehen.
(Elmar)
Label
Band
MP3 Downloads:
"God save the USA"
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