cover demnächst Pacifier - bullitproof
Bewertung:
Bewertung

Label:

Arista USA (BMG)

Released:
16.07.2003

Stil:
erdiger Gitarrenrock jenseits von Nu-Metal

Mit einiger Verspätung, jedoch kann man das Debut von Pacifier hier zu Lande erst jetzt in heimischen Läden erstehen. Bisher war dies nur als Import möglich und hätte den Käufer über ca. Euro 24 gekostet. Wer sind eigentlich Pacifier? Die Antwort ist einfach. Einigen bisher als Shihad bekannt, welche sich wegen ihrer 4 bisherigen Releases schon einen Namen machen konnten, jedoch benannte sich die Band aufgrund der Vorkommnisse des Septembers letzten Jahres in Pacifier um. Nicht ganz unverständlich. Zur Musik: Man könnte es sich einfach machen und diese Band in die Nu-Metal-Schublade stecken, wo sie meines Erachtens nach aber überhaupt nicht hingehören. Shihad haben sich im Verlaufe der ersten 4 Alben stetig weiterentwickelt. "Churn" war das Debut, auf dem sich die Band noch ungeschliffen und von ihrer harten Seite zeigte. Die Reise ging weiter. "Killjoy" und "Shihad" zeigten eine rege musikalische Entwicklung dieser Band auf. Der Stil der Band fällt auf der "Shihad"-Platte deutlich weniger gitarrenlastig aus, eher ruhiger und bedächtiger. Die Platte wurde im Metal Hammer 3/´97 sogar als Platte des Monats auserkoren. Trotz all dieser kleinen Erfolge schaffte man es in Europa nie richtig, Fuß zu fassen. Mit "the general electric" erschien dann das wohl reifste Album der Band, welches wieder mehr Gitarrenteppich zu bieten hatte und sich auch elektronische Elemente zu Eigen machte. Nun liegt mit "bullitproof" der fünfte Longplayer der neuseeländischen Band um Sänger und Gitarrist Jon Toogood vor und es scheint, dass die Band mit diesem Album, wenn auch mit einiger Verspätung, zumindest in den USA erhebliche Erfolge erzielen konnte. Da man aus dem Hobby nun Beruf gemacht hat, hat sich der Wohnsitz der Band auch nach Los Angeles verlegt. "bullitproof" ist ein Album, das vor guten Melodien nur so strotzt. Die Songs sind eingängig und wirken bereits nach der ersten "Einnahme". Gestartet wird mit dem Titeltrack, das mit einem gewaltigem Gitarrenriff beginnt, sich dann vor dem ersten Refrain erst einmal von der ruhigeren und melodischen Seite zeigt. Eine verzerrte und eine unverzerrte Gitarre, die den Melodien die Krone aufsetzt, bevor es im Refrain dann wieder kracht. Mit "semi-normal" zeigt sich die Band wieder von ihrer rockigen Seite und wer spätestens dort nicht von der Energie dieser Band ergriffen ist, ja, für den wird diese Platte wohl nicht funktionieren. Mit "walls", "home" und "coming down" beweisen Pacifier, dass auch sie von der anderen, ruhigeren Flanke anzugreifen, und zwar in Form von, ja, fast Gitarrenpop und Melodien, die sich in den Gehörgang schleichen und mit ihrer Melancholie zu berühren wissen. Dieses Album weist starke musikalische Ambivalenzen auf. Und das ist verdammt gut so, denn dieses Album ist alles andere als einfältig. Die Nachwirkungen von "bullitproof" mögen bei jedem verschieden ausfallen, mir jedoch fallen keine Worte mehr ein, um die Sympathie, die ich Shihad, sorry, Pacifier gegenüber empfinde, auszudrücken. Diese Band hat ein ungeheures Potenzial und sich nach jahrelanger harter Arbeit ihren Erfolg in den USA redlich verdient. Andere hätten schon längst das Handtuch geworfen. Für diese Band ist der Zeitpunkt der Ernte jetzt gekommen und ich hoffe, dass Pacifier auch in Europa bald den Anklang finden werden, der ihnen gebührt.
(Dennis Grenzel)

Label

Band

MP3 Downloads:
Auf der Labelpage kann man sich einige der Songs anhören, unter http://www.amazon.de sogar alle.

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