Bewertung:
Label:
Warner
Released:
18.8.2003
Stil:
70er Blues Rock, Gitarrengott
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Ok, viele werden vielleicht denken: "Hä? Neil Young? Wassollndas?". Aber schliesslich ist das hier eine Seite für strombetriebene Gitarrenmusik und der alte Herr Young ist nun einmal einer der altvorderen Könige dieser Disziplin. Immerhin hat er mit Abstand die meiste Erfahrung. Greendale ist schon sein, puh, vielleicht 235tes Album und zwar ein echt ambitioniertes. Ein Konzeptalbum über einen Haufen Menschen in einem kleinen Ort names Greendale eben. Verkrachte Existenzen, die irgendwann Bekanntschaft mit dem Teufel machen, von dem ein wenig ja in jedem von uns steckt. So, oder so ähnlich die Aussage, verpackt in eine durchgehende Geschichte, die teils in den Songs, teils in den Linear Notes erzählt wird. Ja, das ist harter Stoff. Und so dermassen retro (obwohl man dieses Wort hier eigentlich nicht verwenden darf, schliesslich ist der Mann ja wirklich schon so lange dabei), dass es gar nicht mehr geht. Die Ganze Platte ist eine Zeitreise in die 70er. Das handgemalte Cover und die Story-Illustrationen erinnern an das "Zuma"-Album von (?) 1976 (oder so), jedenfalls aus einer Zeit, die ich selbst nicht so richtig bewusst wahrgenommen habe (genau, ich war immer zu stoned...). Das Booklet in vergilbtem Design, die extrem langen Songs, die Story, der Sound, der klingt als wäre die Platte in der Scheune nebenan aufgenommen worden. Alles erinnert hier an frühere Zeiten. Das mag natürlich für den ein oder anderen sehr störend sein. Schliesslich ist so was für unsere Generation harte Geschmackssache und wer solchen Sound nicht mag, der sollte dann auch lieber die Finger von dieser Platte lassen. Wer sich allerdings daran nicht stört, der bekommt ein großes Gitarrenalbum geboten. Die Gitarren quietschen, knarzen, rocken sich über 70 Minuten lang durch 10 relaxete, komplexe und doch simple Blues-Rock-Country Songs. Dabei sind alle Stücke verdammt eingängig, angeführt sicherlich von den "kürzeren" wie "devils sidewalk" oder "leave the driving" (5 und 7 min). Aber der Mann schafft es einfach, ein paar kleine Riffs so oft und so fantastisch zu variieren, dass man auch bei dem über 12 Minuten langen "grandpa's interview", meinem persönlichen Höhepunkt,
oder dem ebenso langen "sun green" keinen Moment gelangweilt ist. Wer wissen will, wo
Generationen von Gitarrenbands, angefangen bei Dinosaur Jr., Sonic Youth und halb Seattle Ende der 80er, über Retro-Rocker wie The Kills oder BRMC, bis hin zu aktuellen vom Country beeinflussten Emo-Helden wie den Weakerthans ihre
Inspirationen hernehmen, der darf sich hier von Mr. Young belehren lassen. So geht man
mit einer elektrischen Gitarre um. Dass der Mann nach einer so langen Karriere noch mal
ein derart großartiges Album vorlegt, darf man außerdem als echte Überraschung bezeichnen.
Ok, ich bin mit dem doch sehr umfassende Gesamtwerk (bei amazon gibt's 221 verschiedene Artikel) des Herrn nicht so vertraut, doch man sagt, er habe seit den 70ern nicht mehr so frisch geklungen. Aber das sollen andere beurteilen. Ich kann nur sagen, dass ich dieses Album großartig finde. Musik und Story zum hinsetzen, zuhören, abgehen. So klingt jemand, der wahrscheinlich mittlerweile mit seinem Instrument verwachsen ist. Jeder der auf Gitarrenzeug steht, sollte das mal gehört haben.
(Stefan)
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Band
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hier gibts die Story/Lyrics in deutscher Übersetzung als .zip-file
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