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Limp Bizkit - results may vary |
Bewertung:
Label: Interscope/ Universal/ Motor Released: 22.09.2003 Stil: Dicke Hose Nu Metal |
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Über kaum ein anderes Release wurde vor dem Releasetermin selbst schon so viel diskutiert. Erst musste man mit dem Weggang des Gittaristen fertig werden, dann musste sich bei einem Casting, bei dem Hundertschaften ihre Gitarrenkünste zur Schau stellten, ein Ersatzmann ausgesucht werden. Mike Smith, der neue Gitarrero von Limp Bizkit, wurde jedoch anders gefunden. Er übernahm er auf einem Konzert den Part des Livegitaristen und Sänger Fred Durst meinte daraufhin, man müsse doch mal zusammenarbeiten. Und so war das Schiff Limp Bizkit wieder voll besetzt und machte sich auf den Weg, die Vorherrschaft im Nu-Metal-Meer zu verteidigen. Keine leichte Aufgabe, denn diese Art Musik - man muss sie nicht beschreiben - hat in den letzten Unmengen an Bands aus dem Boden schießen lassen. Verfolger waren also den Pionieren auf der Fährte.
Eins sollte man nicht vergessen: Limp Bizkit war die Band, mit der auch dieser Musikstil salonfähig wurde. In vielen Foren ist man der Meinung, dass die Band mit dem Zugang von Mike Smith nie wieder zu ihrer alten Form finden würde, die mit dem Album "chocolate starfish ..." ihren Höhepunkt gefunden zu haben schien.
So einfach möchte ich es mir mit dem neuen Album "results may vary" nicht machen.
Nach dem Intro saust einem die erste Singleauskopplung "eat you alive" um die Ohren. Ohne Schnörkel, direkt, aggressiv. Und zu "I´m sorry, so sorry ..." kommt der erlösende Gitarrenpart, der die Erlösung bringt und das Stück ein wenig entschärft. "Gimme the mic" ist ein Tanzflächenfüller, der sehr metallisch klingt, obendrauf rappt Fred Durst in altbekannter Weise und auch der DJ kommt zum Einsatz. Mit "underneath the gun" ist ein eher bedächtiges Lied auf der Platte, die Vocals schweben regelrecht auf den halligen Gitarren. Wieder wird auf den melodischen Refrain gesetzt. Wie auch in den nachfolgenden Liedern.
Jedoch stechen da Stücke ganz klar heraus. "Build a bridge" zum Beispiel, ein akustisches Stück, welches erst in dem Refrain in einer wunderschönen Melodie mündet. Das ist in der Form neu und meiner Ansicht nach eine durchaus ernstzunehmende Komponente auf "results may vary". "Let me down" ist auch eines der Stücke, die den Hörer durchaus zu überraschen vermögen. Im bisherigen Werdegang der Band wurden Gitarren nie derart als melodische Begleitung genutzt. Der Song rockt gewaltig, auch ohne den bis auf 10 aufgedrehten Distortionregler. Am Ende wird mit "head for the barricade" bewiesen, dass man durchaus ein ebenbürtiges Album zu "chocolate starfish" in der Lage wäre, doch es wurde ein besseres abgeliefert. Viel abwechslungsreicher. Auch bietet "results may vary" mehr Angriffsfläche bezüglich der Texte. Meiner Ansicht nach - und das werden immer noch viele bestreiten - sind auch diese zum Teil ernstzunehmende persönliche Fragmente.
Warum nur teilweise? Diese Frage lässt sich am besten mit Ausdrücken wie "Erwartungen" und "Motivation" beantworten. Diese Art Musik zielt mit Sicherheit nicht darauf ab, ein Gefühl der Seelenverwandtschaft zu erzeugen. Auch ist definitiv klar, dass Mastermind und Freidenker Fred Durst mit Sicherheit keinen mathematischen Beweis durch vollständige Induktion vertextlichen wird. Das erwartet niemand. Dafür ist die Musik auch wenig geeignet. Und das ist gut so. Diese Art Musik, die mit ihren "Gründungsvätern" Limp Bizkit großgeworden ist, funktioniert halt besser in großen Hallen als in kleinen Köpfen. Auch das ist gut so.
Limp Bizkit liefern 2003 ein Album ab, welches abwechslungsreicher und seriöser ist als seine beiden Vorgänger. Das ist meine Meinung, die ich auch zu vertreten weiß.
Rock hat viel mit Erwartungen zu tun. Ihre Erwartungen hat diese Band mit diesem Album erfüllt. Es dürfte nur einige geben, die das anders sehen, aber diese Leute verkennen, dass Limp Bizkit nicht nur ihre Erwartungen erfüllt haben, sondern musikalisch auch noch einen Schritt weiter gegangen sind.
Das ist Fakt. Und für jeden, der dies übersieht und übersehen will, nehme ich die Platte gerne musikalisch auseinander, um ihn aus der Stellung des Ignoranten zu vertreiben. Das ist mein Job. Und das können andere gerne von mir erwarten. Gerne.
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