Bewertung:
Label:
Domino
Released:
10.3.2003
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The Kills sind Retro (!), ein Duo (!) und mögen Vetvet Underground (!). Ok, dazu noch dieser Name. Nee, is klar. Aber weit gefehlt.
Denn die Kills spielen Blues. Oder Bluesrock. Und mit Blues ist im Retro-Cup noch keiner unter den Top 10 gelandet. Die Band besteht aus einer jungen Amerikanerin und einem Herrn aus London, der lustigerweise auf den Bildern zur Platte ein bisschen wie Lou Reed aussieht, auch so verpeilt guckt und dann auch tatsächlich so singt. Dieses erste Album, nach einer EP im letzten Jahr, bietet 12 Songs. Und die haben es in sich. Monotone, sich immer wiederholende Akkorde lullen mein Hirn ein und schiessen mich regelrecht weg. Hypnotisch und abgefuckt, sowas habe ich lange nicht gehört. Die ruhigeren Tracks erinnern bisweilen an Velvet Undergound, der Rest an an John Spencer's Blues Explosion oder an Boss Hog. Dabei fällt mir dann doch eine Band ein, die etwas in diese Richtung geht und die anständig damit abgesahnt hat. Der Black Rebel Motorcycle Club. Nur das der sehr die Psychedelic-Schiene fuhr. Die Kills sind da konsequenter dem Blues verpflichtet. Die Songs sind äußerst spährlich instrumentiert, vornehmlich mit Schlagzeug und einer Gitarre. Die sexy Stimme von Alison Mosshart, die übrigens zuvor bei den großartigen Punkrockern "Discount" gesungen hat, besorgt den Rest. Düsterer, trockener 70er Rock'n'Roll, der Selbstzerstörung als angesagtes Unterfangen zelebriert, dabei so verdammt sexy und cool daherkommt, dass man ohne zu zögern zustimmen möchte. Gemein und äußerst unterhaltsam. Die Monotonie macht es vielleicht nicht jedem leicht, sich das reinzuziehen, aber sehr wirkungsvoll ist es allemal. Ich werde erstmal ein bisschen zuhören, sagt meine böse Seite.
(reviewed by S)
Label
Band
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