cover demnächst Jealous Sound - kill them with kindness
Bewertung:
Bewertung

Label:

Better Looking

Released:
3.6.2003


Stil:
Indie-Rock/Pop

Endlich ist es da, das erste voll-längige Album der Band um den Ex-Knapsack Sänger Blair Shehan. Seit der feinen 5 Track EP vor nun schon etwas mehr als zwei Jahren, haben sicher viele mit mir auf diesen Moment gewartet. Und die Erwartungen sind hoch. So hoch, dass es kaum möglich ist, sie auf Albumlänge zu erfüllen. Damit hat die Band eine Hürde geschaffen, die es für den geneigten Hörer erstmal zu überwinden gilt. Mit 5 so großartigen Tracks im Ohr fällt es halt nicht ganz leicht, das was hier geboten wird erstmal in Ruhe auf sich wirken zu lassen. Und ein paar Durchgänge braucht man, um sich mit der Platte anzufreunden oder besser "zufrieden zu geben". Denn es hat sich schon einiges getan im Land der eifersüchtigen Klänge. Was im Opener zunächst überrascht, ist der Sound, der noch softer und weicher geworden ist. Das geht so weit, dass ich mich bis zum ersten Refrain beinahe an spätere Sting Platten erinnert fühle. Glücklicherweise naht bald Rettung in Form von Knapsack-typischen Gitarren. Insgesamt aber wird Popsound und Softness hier schon sehr viel größer geschreiben, als das noch auf der EP oder der letzten Knapsack Platte der Fall war. Das fantastische "Anxious Arms", schon von der EP bekannt und hier in einer neuen Version vertreten, lässt dies im direkten Vergleich besonders deutlich werden. Natürlich bleibt der Track einer der herausragendsten Songs, die ich in den letzten Jahren gehört habe. Und so tiefgreifend sind die erwähnten Veränderungen nun auch nicht, hört man die Herkunft der Bandmitglieder doch zu jedem Zeitpnkt heraus. Das Melodievertändnis und das Songwriting sind unverkennbar Mr. Shehan, und jeder der mit Knapsack etwas anfangen konnte, sollte hier seine neue Lieblingsplatte finden. Dunkle stimmungsvolle Emo/Pop-Hymnen, die rocken, mitten in die Brust treffen und einem das Herz zusammenschnüren. Hier und da mal etwas wilder (track2, track4), teils ruhiger aber nicht minder intensiv. Auch wenn letztlich kein Track mir so die Gänsehaut über den Rücken treibt wie "priceless" von der EP, so ist doch klar, dass JS auch mit diesem Album in der Emo-Liga ganz ganz vorne mitspielen. Direkt neben Samiam und Gameface. Dass das Gefühl bleibt, dass sie's besser können, ändert daran nichts. Denn andere können schon das hier nicht mal im entferntesten.
(Stefan)

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