cover demnächst V.A. - bad scene everyone's fault (Jawbreaker Tribute)
Bewertung:
Bewertung

Label:

Dying Wish

Released:
29.7.2003 (US)

Stil:
Pop-Punkige Coverversionen

Tribute-Alben finde ich eigentlich äußerst verzichtbar, werden die Originale der Gehuldigten in der Regel ja sowieso nie erreicht. Das ist auch hier natürlich nicht anders. Trozdem macht diese Platte über weite Strecken Spass. Denn sie hat drei Besonderheiten. Erstens sind hier Bands versammelt, die recht bekannt sind, die aber trozdem szenemäßig wissen, worum es geht, deren Beteiligung also nicht vom Label zusammengekauft ist (dafür hätte Dying Wish im Zweifel auch kein Geld gehabt), sondern die tatsächlich von Jawbreaker beeinflusst wurden, oder zumindest deren Musik gut kennen. Was mich unweigerlich zum zweiten Punkt führt. Man hört fast allen Bands an, dass sie diese Songs lieben. Bigwig eröffnen mit einer dermassen tighten Version von "ashtray monument", dass man richtig weggeblasen wird. Face To Face schmettern "boat dreams from the hill", als hätte der Song immer in ihr Repertoire gehört und die holländischen Travoltas machen aus dem Titeltrack eine wunderbare TeeniePopPunk-Hymne. Herausragend ist die elektro-Synthie Version von "boxcar", die The Aeffect abliefern. Die restlichen Songs sind nah an den Originalen, was man langweilig finden kann. Ich finde es großartig, wie die kleinsten Nuancen die Songs neu und interessant klingen lassen. Eine große PopPunk-Show liefern diesbezüglich ausgerechnet Fall Out Boy (deren Album ich eher langweilig fand) mit ihrer Version von "save your generation", das duch eine kleine Veränderung im Refrain zu eine völlig neue Melodie erhält, die mir tagelang durch den Kopf geistert. Damit wären wir dann bei Punkt drei. Und das ist wahrscheinlich das entscheidende. Die Songs von Jawbreaker sind einfach unschlagbar. Während die anderer großer Bands, wie zB der Ramones, denen ja unlängst auch ein Tribute gewidmet wurde, von dem rotzigen Charme der Erfinder leben, sind die Werke von Jawbreaker unzerstörbar. Das hat sich schon bei früheren Coverversionen, wie auf dem vorletzten Album der Ataris gezeigt, wo "boxcar", trotz einer insgesamt tollen Platte, der überragende Track war. Solches Liedgut macht eben auch in der 100000ten Wiederholung Spass. Es gibt aber leider auch ein paar nicht so spannende Momente. Die über-5-Minuten-Beiträge von Duvall oder einer Band namens Good Night Bad Guy, sind einfach zu lang. Und auch Spartas "kiss the bottle" hätte etwas kürzer sein dürfen. Das ist bei einer Spielzeit von über einer Stunde zu verschmerzen. Es belibt die Erkenntnis, dass die Jawbreaker-Songs im Punkpop-Kontext hervorragend funktionieren. Die Songauswahl hätte für meinen Geschmack allerdings einen Tick besser sein können. Wer alle Platten der Originale hat, der darf hier zugreifen. Wer nicht auch - und dann alle Platten der Originale kaufen.
(Stefan)

Label

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