cover demnächst Few And Far Between - three
Bewertung:
Bewertung

Label:

Elkion Records

Released:
09.2003

Stil:
vertrackter, melodiös angeschrägter Indierock à la Braid

Bei den ganzen Platten Platten, die zur Zeit aus den USA kommen, geht mir leider schon mal die ein- oder andere Band durch die Lappen. In diesem Falle zum Glück nicht. Vorweg: Few And Far Between laufen sich in meinem CD-Player langsam heiß und ich kann und will einfach nicht aufhören, ihr neuestes Werk "three" zu hören. Few And Far Between machen "intelligenten", vertrackten Indierock wie er facettenreicher und spannender nicht sein kann. "Three" erinnerte mich musikalisch direkt an Bands wie vor allem Braid und Shiner. Wer - wie ich - Braid und Hey Mercedes von Anfang an schon gut fand, für den sind auch Few And Far Between genau das Richtige. Das ist Musik, die sich entwickelt. Sie lässt einen erst nicht mehr los und wenn man sich dann mal reingehört hat, gibt es wahnsinnig viele Dinge zu entdecken. Ich mag solche "Bands-auf-den-zweiten-Blick", da sie erst nach einer gewissen Hörarbeit ihr volles Bouquet entwickeln. So auch diese Band. Man merkt, dass alle Mitglieder dieser Band ihr Instrument perfekt beherrschen und solche Art Musik kann auch nur Funktionieren, wenn das Zusammenspiel der Band 100%ig passt. Die Melodien sind leicht angeschrägt wie bei ebenj genannten Bands und die Stimme tanzt um die Gitarren herum und im richtigen Moment dann ist sie nur Trittbrettfahrer. Ich würde auch der Stimme dieses Sängers einen gewissen Charme zusprechen, wie es bei sehr wenigen Sängern der Fall ist. Hier stimmt einfach alles. Nach dem "intro" wird mit "maybe for now" direkt die Messlatte ganz weit oben angesetzt. Vertracktes Schlagzeugspiel, Gitarrengefrickel und Ausbrüche, wo sie hingehören. Dieses Stück, nein, diese ganze Platte sprüht nur so vor Energie. Stücke wie "Edison" oder "talking backwards" basieren auf einem ruhigen musikalischen Vorspiel, das dann in einem Song mündet, der richtig treibt, musikalisch stets versiert. "Three" wartet mit 12 Songs auf, die zwar eine Einheit bilden, jedoch nicht einheitlich sind. "Waking up tired" ist ein Beispiel dafür, dass man die Stimme ganz gezielt einsetzt. Wunderschön. Dies ist auch das ruhigste Stück der Platte. Das Zusammenspiel der Gitarren mit der Stimme bei "Pompeii" haut mich einfach um. Wenn es um musikalische Versiertheit geht, dann ist das nur eine ganz kleine Auswahl an Bands, die diese gewissen Kriterien erfüllen. Few And Far Between erfüllen diese alle und sind nun eine dieser wenigen Bands, die dem Hörer - zumindest mir - wirklich noch einmal etwas abverlangen, aber dafür macht es hinterher umso mehr Spaß, diese Platte wieder und wieder zu hören. Anders: Man muss sie dann immer wieder hören, da diese Melodien so gefangen nehmen. Sie fesseln, geben ihre Energie aber weiter. Ein Ende ist da bei mir nicht in Sicht. Ich weiß nicht, wie oft ich "maybe for now", den Opener, schon gehört habe. Aber das ist sowas von egal. Von mir aus muss das nie aufhören. Ich habe vorher noch nie etwas von dieser Band gehört und denke nach einiger Recherche, dass es vielen wohl so geht. Verdammt, kauft euch dieses Album, die ihr nicht auf so plumpe Musik steht, die beim ersten Hördurchgang direkt durchgeht und dann nach dem sechsten Mal sowas von uninteressant ist. Ihr werdet nicht enttäuscht. Könnte ich Garantien vergeben, ich würde es tun. Für mich persönlich eine Riesenfreude, noch einmal so eine Band für mich entdeckt zu haben. Diese Platte verdient sämtliche Auszeichnungen und Few And Far Between mehr Beachtung. "With a vision in my brain and the music in my veins..." sagt eigentlich alles.
(Dennis Grenzel)

Label

Band

MP3 Downloads:
"Auf der mp3.com-Seite von Few And Far Between kann man sich zwei Songs der neuen Platte runterladen, nämlich "maybe for now" und "talking backwards".

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