cover demnächst Ethyline - long gone
Bewertung:
Bewertung

Label:

Wild West (US)

Released:
2002

Ethyline sind laut Info in den USA in erster Linie durch die Platzierung ihrer Songs in Fernsehserien (Dawson, Buffy, ...) aufgefallen. Und hierzulande wird man sie wohl als recht unbekannt bezeichnen müssen. Das sollte sich schleunigst ändern wenn's nach mir ginge. Bereits das Debut-Album "jitters" von 1997, das den Kauf allein wegen des Openers "dry me out" wert war, hätte mehr Aufmerksamkeit verdient gehabt. Und nun hat es über 5 Jahre gedauert bis in den USA "long gone" erschien. Das ist ganz schön lang, aber erfreulicherweise hat sich kaum etwas verändert. Und das ist bei dieser Art von Musik auch nicht nötig, denn Ethyline klingen einfach zeitlos. Besonders der geneigte Punkrock/Emo-Hörer dürfte schnell Gefallen an dieser Platte finden. Immerhin gelten Bands wie Gameface und Samiam in diesen Kreisen als Götter. Und vor allem Samiam können in diesem Review kaum unerwähnt bleiben, denn Ethyline's musikalische Nähe ist unverkennbar. Und auch Gameface dürften diesen Jungs aus Chicago nicht unbekannt sein. Doch gerade in besagten Kreisen ist die Vorstellung, dass es etwas schlechtes sei, wenn eine Band wie etwas klingt, das es schon gibt, nicht besonders Verbreitet. Und das ist auch gut so. Wer erwartet von einer melodischen Punk/Rockband schon die musikalische Revolution? Schliesslich sind in diesem Bereich alle Originalitätspreise schon lange vergeben. Was wirklich zählt ist doch, ob es gut ist. Ob es mitreissen und berühren kann. Und diesbezüglich kann man sich bei Ethyline wirklich nicht beschweren. Denn genau wie die oben genannten Vergleiche wissen auch Ethyline auf großartige Weise herzerweichende, süchtig machende Songs und druckvollen punkbeeinflussten Rock zu verbinden. Mit Emotion, einer Handvoll feiner Melodien, treibenden Gitarren, einer großen Portion Energie und der tollen Stimme von Matt Bessemer. Was auf diesem Album zu hören ist, ist eine wahre Freude und lässt für die Zukunft noch einiges erwarten. Einzig die Coverversion von "bust a move" hätte vielleicht eher als Bonustrack auf der CD Platz finden sollen, bleibt aber auch der einzige Ausfall auf dem Album. Dafür wird man mit fantastischen Tracks wie zB "bad things", "octopus" oder dem Titelstück "long gone" mehr als entschädigt. Teilweise erreichen Ethyline sogar die Qualitäten ihrer strahlenden Vorbilder. Gut dass es sowas noch gibt. Ich frage mich allerdings, wie mir derart gute Musik, trotz des großen Emo-Booms, so lange verborgen bleiben konnte? Wer die oben genannten Bands mag (und wer tut das nicht) sollte mal in die Songs da unten reinhören. Und dann das Album bestellen. Das geht übrigens auf der Webseite der Band. (reviewed by S)

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