cover demnächst Dashboard Confessional - a brand, a mission, a brand, a scar
Bewertung:
Bewertung

Label:

Vagrant / Motor

Released:
12.8.(US), 27.10.(D)

Stil:
Emo, Indie-Pop

Über Verkaufszahlen muss Chris Carrabba sich schon im Vorfeld der Veröffentlichung keine Sorgen mehr machen. Immerhin ist dieses Album, abgesehen von dem MTV-Unplugged Mitschnitt und der Wiederveröffentlichung beinahe aller früheren Releases die erste reguläre Platte seit der smarte Schönling mit den tätowierten Rockerarmen als MTV-Star gehandelt wird. Trotz eines famosen Albums mit Further Seems Forever, das erst nach dem Ausstieg von Herrn Carrabba erschien, den beiden akkustischen Soloalben "swiss army romance" und vor allem dem 2000er "the places you have come to fear the most", kam der große Durchbruch erst letztes Jahr und irgendwie sehr plötzlich. Daher wird diese Platte von der mittlerweile riesigen amerikanischen (und weltweiten) Fangemeinde, die sich gleichermassen aus kreischenden Teenager-Mädels wie aus gestandenen Rockern zusammensetzt, so heiss ersehnt, dass die Verkäufe sämtlicher früherer Releases locker getoppt werden dürften. Aber was erwartet uns auf diesem Album? Erstaunlicherweise nur bedingt das, was man sich vorstellt. Der gute Chris ist nämlich von dem abgerückt, was ihm den großen Erfolg beschehrt hat. War er quasi mit-Initiator der neuen Singer/Songwriter Welle, so ist dieses Album keine richtige Singer/Songwriter Platte geworden. Die Herangehensweise mag zwar die gleiche geblieben sein, die Instrumentierung, die zuvor immer nur aus Gesang und akkustischer Gitarre, selten mal ein bisschen Schlagzeug bestand, ist hier jedoch einer kompletten Bandbesetzung gewichen. Bass, meist zwei Gitarren, Schlagzeug. Das hat zur Folge, dass die Songs sehr nach Emo-Rock klingen und zwar mit allen Klischees. Es geht um Herz und Schmerz, es wird gejammert dass es einem die Brust zerreisst, geheult bis hart an die Schnulzengrenze und eben gerockt, und zwar recht unaufdringlich. Das Gerücht der Herr sei schwul und mit dem Sänger von Saves The Day ins Bett gestiegen, das vor einiger Zeit im Internet kursierte, passt daher aus musikalischer Sicht recht gut. Und ausserdem ist der Mann nun eigentlich wieder genau da angekommen, wovon er sich vor Jahren abgewendet hatte. Seine neue Platte ist näher an dem ersten Release mit Further seems Forever, als alles was er zwischendurch veranstaltet hat. So gut diese Platte auch war, so richtig reisst das heute niemanden mehr vom Hocker. Auch wenn eine handvoll wirklich wunderschöner Songs auf diesem Album zu finden sind, wie zB "as lovers go", "bend and not break" oder "carve your heart out". Kleine Hits, die so gut sind, dass sie einen für den Kauf des Albums voll entschädigen können, die aber nicht darüber hinwegtäuschen können, dass man all das schon einige Male gehört hat und dass Dashboard Confessional schon um einiges bessere Platten veröffentlicht hat. Der gute Chris gibt sich hier leider ziemlich dem Vorwurf der Beliebigkeit preis. Schöne Melodien schreiben kann er, aber dass können viele. Auch wenn die vielleicht nicht das Aussehen zum Teenieschwarm haben. Ok, ich bin nur neidisch, aber ich glaube auch, dass die Songs mit rein akkustischer Instrumentierung eine bessere und individuellere Wirkung erzielt hätten. So bleibt "a mark, a mission, a brand, a scar" zwar eine schöne Emo-Platte, aber weniger wäre hier deutlich mehr gewesen.
(Stefan)

Label

Band

MP3 Downloads:
hier gibt's das ganze Album als Stream auf einer E-Card.

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