cover demnächst Brand New - deja entendu
Bewertung:
Bewertung

Label:

Triple Crown Recs.

Released:
17.6.2003

Stil:
Punk mit Melodie

Es gibt melodiösen Punkrock, der mit dem Pop liebäugelt, seit langer Zeit. Er ist das Ergebnis einer konsequenten Weiterentwicklung vom Sound von Bands wie Bad Religion oder den Descendents - oder welchen Bands man auch immer die Vorreiterrolle zusprechen will. Bis zum heutigen Tag vergeht kein Monat, in dem nicht eine Vielzahl von Schallplatten aus diesem Bereich erscheint. Man mag das gut finden oder zum Kotzen. In jedem Fall muss man einer objektiven Begutachtung geschuldet anerkennen, dass es Bands gibt, die sich diesem Sound verschrieben haben und dass es eine Vielzahl von Menschen gibt, die sich an dieser Musik erfreuen. Dementsprechend kann man solche Platten nicht mit dem Hinweis "schon tausend mal gehört" von sich weisen. Und hier kommt der Übergang zu Brand New, um deren neue Scheibe es hier nämlich geht. Sie machen astreinen melodiösen Punk, der genau in diese Kategorie fällt. Platten wie diese hat jeder schon dutzendfach gehört, zuletzt perfektioniert durch die Ataris. Unter diesem Aspekt können Brand New mit ihrer zweiten Scheibe, der ein etwas grau gebliebenes Debüt vorangegangen ist, wenig Stiche machen. Brandneu klingt anders. Das wissen auch die Jungs, die nach eigenen Angaben sympathischer Weise gar nicht den Anspruch erheben, das Genre neu zu erfinden, sondern Songs zu schreiben, "that you want to listen to over and over again, and that kids relate to, and that you can't get out of your head." Und zum Glück war das noch nicht alles. Wenn man diesen Aspekt also mal beiseite schiebt, dann kommen hier 11 Songs zum Vorschein, die alles bieten, was das Melodie-Herz höher schlagen lässt. Nach einem kurzen Intro folgt mit "sic transit gloria" einer der mitreissendsten Songs, die ich seit langem gehört habe. Das erinnert mich ein wenig an die kürzlich erschienenen Rock Kills Kid. Andere Songs ("Okay I believe...") spielen eher mit ruhigeren Elementen und brechen dann in lautere Parts aus. Meine Güte, die Jungs haben echt Gänsehautpotential. Weiteres Musterbeispiel hierfür "Me vs. Madonna vs. Elvis". Damit ist das Fazit klar: wem diese Musik noch nicht zu den Ohren raushängt -und ich glaube, das geht den wenigsten so- der sollte hier unbedingt mal einen Blick riskieren. Völlig mitreißende, wunderbar melancholisch dargebrachte Songs, die auch ordentlich losrocken können erfüllen den Anspruch, den die Band an sich selbst stellt. "Good to know if I ever need attention all I have to do is die" oder solche Platten veröffentlichen.
(Elmar)

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"Seventy times 77 (vom ersten Album)"