Bewertung:
Label:
Scene Police & Black Star Foundation
Released:
24.3.2003
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Eine Platte, die mit einem fast 5 minütigen Track beginnt, der nur aus Klavierakkorden besteht, die in scheinbar unendlicher Langsamkeit (jedenfalls für den geneigten Punk/HC-Hörer wie mich) aufeinanderfolgen, das macht es mir nicht gerade leicht. Und ich weiss erstmal nicht, ob ich das tatsächlich weiter hören kann. Als ich dann die ersten 5 Minuten und damit Track 1 hinter mich gebracht habe folgt ein Song der wenigstens schon mal einen großartigen Titel hat: "the People vs.me". Hier kommen jetzt mehr Sounds dazu. Keyboards, Zarter Gesang, dann ein schleppender Drumsound. Elektroischer Kram. Hm, ich weiss nicht ... aber dann bin ich plötzlich von einer wundervollen Melodie gefangen. Alles tritt zurück. Und auf einmal beginne ich zu ahnen... Track 3 ("home") poltert etwas mehr los. Ein pluckernder, beinahe Ambient-artiger Beat, Keyboards, wieder dieser melancolische aber doch kraftvolle Gesang und schon wieder eine so fantastische Melodie. "my ego could crush a full grown man" erinnert mit großzügiger Instrumentierung und akkustischer Gitarre gar an Coldplay. Und langsam wird aus der Ahnung der Beginn eines Verstehens. Ja, es ist groß, was der Schwede Rasmus Kellerman, der hinter Araki steckt, hier im völligen Alleingang fabriziert hat.
Songs, meist getragen von Klavier oder akkustischer Gitarre, mit vorsichtigen Keyboard- und Drumsounds versehen. Hoffnungsvoll, traurig und kraftvoll zugleich. Alternative Popmusik von verhaltener Schönheit. Radiohead, Coldplay und Interpol, vielleicht auch Bright Eyes können hier als Vergleich dienen. Jetzt im Kontext macht auch der erste Track Sinn. Und wenn am Ende in "there's a spot on my futon" wieder schleppend langsame Klavierakkorde aufeinanderfolgen, diesmal fast 10 Minuten lang, dann lausche ich andächtig. Bin noch nicht in der Lage, die wahre größe des Gehörten zu erkennen. Aber ich weiss, ich werde die Repeat-Taste drücken. Und nach einigen Durchläufen habe ich dann verstanden: dies ist eine wichtige Platte. Kaufen, hören und drin versinken.
Eine Einschränkung muss ich allerdings trotz all des Überschwanges machen. Bei einer Gesamtspielzeit von 48 Minuten entfallen immerhin 19 davon auf schleppende Klavierakkorde. Die machen zwar wie gesagt im Gesamtkontext der Platte Sinn, aber die verkürzen doch die Zeit für die anderen wundervollen Songs!!!
Die Platte ist den Kauf natürlich trozdem locker wert, zumal sie (noch) als Indie-Release auf Scene Police erhältlich ist. Wer weiss wie lange noch? Übrigens, wer Rasmus live sehen möchte, der sollte nach Konzerten von einem Act namens "Tiger Lou" ausschau halten. Da gibts ihn mit seinem anderen Soloprojekt in bester Singer/Songwriter Manier mit akkustischer Gitarre zu sehen.
(reviewed by: S)
Label & Tour Info:
www.scenepolice.de
www.blackstarfoundation.com
Download: exklusiv hier !
Tiger Lou auf Tour ab dem 7.2.03 !!!
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